Julia Seeliger hat in den letzten Tagen gleich zwei Artikel zum per Volksentscheid festgeschriebenen Rauchverbot in Bayern produziert: Eine im Vorhinein der Abstimmung in der taz erschienene Polemik und einen erläuternden Blogeintrag, in dem sie das Regulierungsgebaren der Befürworter neben sonstiges grünes Nannyverhalten stellt (z.B. was dicke Kinder angeht).
In den Kommentaren fallen nun übermäßig viele euphemisierende Formulierungen auf — gerade auf Seiten der Verbotsbefürworter. Um diesem Abhilfe zu schaffen, habe ich auf die Schnelle ein Wordpress-Plugin gebastelt, das diskursverzerrende Begriffe durch politisch korrekte Alternativen ersetzt. Und so wird aus der verharmlosenden Formulierung „Ich als Nichtraucher bin ja für strikte Maßnahmen. Nichtraucherschutz ist eine Entscheidung der MEHRHEIT.“ nun das ehrlichere „Ich als militanter Nichtraucher bin ja für totale Maßnahmen. Rauchverbot ist eine Entscheidung der FASCHISTEN.“. So einfach ist das.
Leider hat Julia das Plugin nicht installiert; ihr liegt wohl etwas mehr an ernsthaftem Diskurs als mir.
Seit einiger Zeit schon bastele ich an einem Wordpress-Plugin, das es ermöglichen soll, creative-commons-lizenzierte Bilder, Videos und Audio-Dateien einfach in Blogposts einzubetten und die Lizenzinformationen sowohl menschen- als auch maschinen-lesbar darzustellen. Für die Ungeduldigen unter den Lesern: Downloads gibt es auf GitHub (Direkt-Tarball, Direktzip). Für alle anderen folgt eine kurze Erklärung, gleich nach dem Klick.
Um die in den Kommentaren bemerkten Pfadprobleme zu beheben, die durch die von GitHub vorgegebenen Ordnernamen entstanden, habe ich zur aktuellen Version 0.6.1 einen separaten Release-Tarball erstellt. Es ist weiterhin möglich, dass sich das Markup in naher Zukunft möglicherweise ändert; ich werde versuchen, die Stylesheets für diesen Fall so anzupassen, dass dann auch das aktuelle, dann ungültige Markup weiterhin erfasst wird.
In diesem Blog nutze ich XHTML 5, also die XML-Serialisierung des HTML-5-Standards; als XML-Dialekt ist das Markup somit den entsprechenden Parserregeln unterworfen. Da XML jedoch nur fünf benannte Zeichenreferenzen (named entities) definiert (<, >, &, ' und "), ergibt sich ein Problem: Die in Wordpress standardmäßig vorkommenden Referenzen « und » bringen den Parser aus dem Tritt und führen zum Yellow Screen of Death.
Bisher erforderte dies ein Patchen von Wordpress nach dem Installieren jeder neuen Version. Um das Problem dauerhaft aus dem Weg zu bekommen, habe ich nun ein kleines Wordpress-Plugin geschrieben, dass alle Vorkommen von « und » durch die ensprechenden Zeichen „«“ und „»“ ersetzt. Aus Gründen der Vollständigkeit kümmert es sich ebenfalls um ‹ und › („‹“ und „›“) — an dieser Stelle ein Gruß an das Quo-Netzwerk.
wpquo ist freie Software unter der WTF Public License. Zur Installation einfach die heruntergeladene Datei wpquo.php in das Verzeichnis /wp-content/plugins/ hochladen und das Plugin im Wordpress-Admin-Interface aktivieren.
Da mir Serendipity nicht so sehr gefällt, steige ich nun auf WordPress um – ja, genau den stinkenden Haufen Sondermüll, dessen Entwickler, so hört man, wenig Wert auf Sicherheit legen. Am Rande: Ich habe Fefe einmal eine Email geschickt, ob er seine Blogsoftware (Proudly made without PHP, Java, Perl, MySQL and Postgres) veröffentlicht, bekam aber nie eine Antwort.
Um mein Blog zu migrieren, nutzte ich den Serendipity-to-WordPress Importer(via), der alle meine Beiträge, Kategorien und Nutzer übertrug. Kleines Manko: Drafts wurden als publizierte Beiträge importiert.
Als Theme wählte ich Sandbox, das auch schon der grandiose Jeff Waugh verwendet, ein Stylesheet schreibe ich später. Hinzu kommen verschiedene Plugins, bei deren Installation ich den S9y-Paketmanager durchaus vermisste (weitere folgen später):
Mit ein bisschen PHP habe ich mir meinen Spamschutz leichtgemacht (eigentlich sollte es das als Plugin geben), um OpenID kümmere ich mich später. Und natürlich halte ich mich auch sonst an die Tips der Experten:
Eine Website ist dann gut, wenn nichts mehr da ist, das man löschen kann.
Peter Kröner
Die nächsten Tage über werde ich mich dann wohl damit beschäftigen, 301-Redirects zu basteln.