Die Welt ist gar nicht so.

Sie ist ganz anders.

Archiv für Kategorie „Video“

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Mehrfachvideo mit Gstreamer

Der wetter meinte neulich, es könnte doch ganz nützlich sein, mehrere Videostreams in einem Container zu verkapseln; auf diese Weise wäre es etwa bei Vorträgen möglich, eine Ansicht mit Folien und eine weitere mit den Dozenten zu haben. Glücklicherweise geht das tatsächlich.

Um ein derartiges Video zu erhalten, habe ich zunächst mit Gstreamer ein Testbildvideo produziert (dieser Blogeintrag war sehr hilfreich) und dieses dann mit Hilfe der oggz-tools auf 20 Sekunden geschnitten und mit einem von mir vorher aufgenommenen Video zu einem zweispurigen Video (Download) gemixt:

gst-launch-0.10 videotestsrc ! video/x-raw-yuv,width=640,height=480 ! ffmpegcolorspace ! theoraenc bitrate=500 ! oggmux ! filesink location=testbild.ogv ^C oggz-chop -o testbild-20s.ogv -e 20 testbild.ogv oggz-merge -o testbild-stereo.ogv MD000410.ogv testbild-20s.ogv

Schneller kann man ein eigenes Video mit zwei Testbildern mit folgendem Pipelinemonster erstellen:

gst-launch-0.10 videotestsrc pattern=circular ! queue ! videorate ! video/x-raw-rgb,rate=15/1 ! ffmpegcolorspace ! theoraenc ! oggmux name=mux ! filesink location=testbild2.ogv videotestsrc ! queue ! videorate ! video/x-raw-rgb,rate=15/1 ! ffmpegcolorspace ! theoraenc ! mux. ^C

Testweise abspielen kann man dieses dann wiederum mit:

gst-launch-0.10 filesrc location=testbild2.ogv ! decodebin name=d ! queue ! xvimagesink d. ! queue ! xvimagesink

Ein praktisches Problem derartiger Dateien ist die Behandlung der Videostreams durch gewöhnliche Abspielsoftware, die im Allgemeinen davon ausgeht, dass verschiedene Streams gleichen Typs nicht gleichzeitig abgespielt werden sollen: Nur VLC media player öffnet für jeden Videostream ein weiteres Fenster, während Totem, mplayer und Webbrowser mit Unterstützung für das <video/>-Element jeweils immer nur einen der beiden Videostreams anzeigen — im besten Fall ist ein Wechsel des abgespielten Streams möglich, ähnlich dem Wechsel der ausgewählten Audiospur.

Das obige, mit oggz-merge erstellte Video ist laut oggz-validate leider nicht valide, ein guter Grund für ein Abspielprogramm, den Dienst zu verweigern. Ein valides, mit der Gstreamer-Monsterpipeline erstelltes Video findet ihr hier.

Ich werd nicht mehr: Das valide Video wird zwar immer noch von der passenden Gstreamer-Pipeline abgespielt, VLC hingegen stürzt in den meisten Fällen ab — oder versagt sowas von komplett

So, das valide Testvideo hat jetzt zwei unterschiedliche Streams, einer zeigt jetzt konzentrische Kreise. Nur, damit niemand verwirrt wird.

erlehmann
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Demo: WebTV des Bundestags mit HTML5-Video-Element

Beim ersten Treffen des OpenData Networks traf ich Maika Jachmann, die u.A. den WebTV-Auftritt des Bundestages koordiniert. Als ich den Verbesserungsvorschlag anbrachte, auch eine auf Webstandards basierende Version des Video-Angebotes zu erstellen, vermittelte sie mir gleich den Kontakt zum zuständigen Techniker.

Der folgende Email-Dialog bezüglich dieses Vorschlags war dann allerdings ernüchternd: Es folgten nicht nur Fragen zum Video-Element, die von Unkenntnis der Technik zeugten (Fragestellungen wie Beherrscht der Browser gängige Video-Kompressionen ? werden an verschiedensten Stellen hinlänglich beantwortet), sondern auch eine klare Ansage bzgl. eines eher konservativen Technik-Ansatzes: Sollte sich HTML 5 mal zu einem Standard entwickeln, wird der Deutsche Bundestag vermutlich nicht die erste öffentliche Institution sein, die auf diesen Zug aufspringt. Vor 2022 wird dieser Maßgabe nach also wohl eher wenig passieren.

Nichtsdestotrotz habe ich eine Demoseite mit einem sehr kurzen Clip (17 s) erstellt, damit man sehen kann, wie eine Lösung aussehen könnte: Neue Versionen von Firefox, Opera und Chrome sowie Safari mit nachgerüsteten Codecs spielen hier das Theora-Video ab, Safari „Vanilla“ verwendet die beim Bundestag gehostete H.264-Version. Browser ohne HTML5-Unterstützung ignorieren das Video-Element und nutzen somit ein Flash-Applet. Internet Explorer ohne Flash bleibt außen vor, aber das tut er auch ohne Video-Element.

Standbild eines Videos des Redebeitrags von Dr. Heinz Riesenhuber im Bundestag am 27.10.2009 um 11:29 Uhr (1. Sitzung, TOP 2)
erlehmann
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Sousveillance-Videos und Webstandards

Sousveillance (wörtlich übersetzt „Unterwachung“) stellt ein Gegenkonzept zur Überwachung der Bürger durch staatliche Stellen dar und beantwortet auf brachial simple Weise die Frage „Wer überwacht eigentlich die Wächter ?“: Im Idealfall wird das Verhalten privilegierter Personen, etwa von Polizisten, hierbei durch eine Vielzahl Freiwilliger aufgezeichnet, um möglichen Missbrauch zu dokumentieren.

Seit dem Vorfall bei der Demo am Samstag ist nun deutlich, dass diese Vorgehensweise im Ernstfall nicht nur im Netz mediale Aufmerksamkeit sichert. Ob sie auch Mittel sein kann, die politisch Verantwortlichen zum Handeln zu bringen, die Forderung nach eindeutiger Markierung von Polizisten durchzusetzen, ist noch unklar; eine telefonische Anfrage beim Senat erbrachte keine Erkenntnisse in diese Richtung. Fest steht allerdings: Das Internet ist hier an den alten Medien vorbeigezogen, die sich nicht in der Lage zeigten, auch nur annähernd derart schnell und intensiv zu publizieren.

Ein gehöriges Lob, nicht nur für Verbreitung des Inhaltes, sondern auch für die gewählte Form, gebührt dem CCC und insbesondere Fefe: Die Videodatei ist u.A. im freien Format Theora abrufbar, wird mittels des aus HTML5 stammenden <video>-Elements eingebunden und kann so von modernen Browsern (Chrome, Firefox, Opera) ohne Installation eines Plugins wie z.B. dem proprietären Adobe Flash dargestellt werden. Gleichzeitig fallen keine Lizenzzahlungen an, die ab 2010 für Web-Videoinhalte in MPEG-Formaten vorgesehen sind.

Leider sieht es allerdings auf anderen Blogs immer noch unbefriedigend aus, was das Agenda-Setting für freie Medienformate betrifft: Insbesondere Netzpolitik.org verwendet im entsprechenden Beitrag ausschließlich Youtube-Embeds und damit Flash — bei einem Blog, deren Betreiber sich an anderer Stelle explizit für freie Software und offene Standards aussprechen, untergräbt dies die eigene Glaubwürdigkeit.

Dass es strategisch durchaus Sinn macht, Theora zu verwenden, stellt übrigens auch Ian Hickson, Editor des HTML5-Standards, klar: Der Apple-Browser Safari unterstützt das freie Videoformat bisher nicht, eine kontinuierliche Verwendung sieht Hickson jedoch als besten Weg, Apple zu überzeugen. Für diesen Fall, so erläutert er weiterhin, wäre eine kritische Masse erreicht, mit der Theora auch offiziell als Standardformat vorgeschrieben werden könnte.

Wer Theora-Videos auf seiner eigenen Webseite einbinden möchte, sollte sich den entsprechenden Abschnitt im Theora-Kochbuch anschauen. Die FSF hat auch ein FAQ zum Thema.

erlehmann
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Multitouch-Demovideo: Alles Paletti

Auch auf dem — schon etwas länger zurückliegenden — Mozilla Addon Workshop wurde die c-base MTC rege in Anspruch genommen. Glücklicherweise schaute t mit einer Kamera vorbei; so entstand ein kurzes Gameplay-Video von meinem Spiel Alles Paletti:

erlehmann
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X in Debian Lenny: Mehr Beschleunigung wagen

X in Debian Lenny hatte mit der Grafikkarte in meinem Laptop, einer i945 Probleme, Videos bei aktiviertem Compositing abzuspielen, weswegen ich Desktop-3D-Effekte bisher immer ausschaltete, wenn ich Videos ruckelfrei ansehen wollte. Abhilfe schafft(e) die Aktivierung der neuen Xserver-Beschleunigung EXA, wie im X.org-Wiki beschrieben.

erlehmann