Die Welt ist gar nicht so.

Sie ist ganz anders.

Archiv für Tag „html5“

6 Kommentare

HTML5-CC-Plugin für Wordpress, Version 0.6 0.6.2

Seit einiger Zeit schon bastele ich an einem Wordpress-Plugin, das es ermöglichen soll, creative-commons-lizenzierte Bilder, Videos und Audio-Dateien einfach in Blogposts einzubetten und die Lizenzinformationen sowohl menschen- als auch maschinen-lesbar darzustellen. Für die Ungeduldigen unter den Lesern: Downloads gibt es auf GitHub (Direkt-Tarball, Direktzip). Für alle anderen folgt eine kurze Erklärung, gleich nach dem Klick.

Um die in den Kommentaren bemerkten Pfadprobleme zu beheben, die durch die von GitHub vorgegebenen Ordnernamen entstanden, habe ich zur aktuellen Version 0.6.1 einen separaten Release-Tarball erstellt. Es ist weiterhin möglich, dass sich das Markup in naher Zukunft möglicherweise ändert; ich werde versuchen, die Stylesheets für diesen Fall so anzupassen, dass dann auch das aktuelle, dann ungültige Markup weiterhin erfasst wird.

In der nun aktuellen Version 0.6.2 ist das in den Kommentaren erwähnte Stylesheet-Problem behoben.

Kostenlose Vollversion …
erlehmann
Kein Kommentar

Demo: WebTV des Bundestags mit HTML5-Video-Element

Beim ersten Treffen des OpenData Networks traf ich Maika Jachmann, die u.A. den WebTV-Auftritt des Bundestages koordiniert. Als ich den Verbesserungsvorschlag anbrachte, auch eine auf Webstandards basierende Version des Video-Angebotes zu erstellen, vermittelte sie mir gleich den Kontakt zum zuständigen Techniker.

Der folgende Email-Dialog bezüglich dieses Vorschlags war dann allerdings ernüchternd: Es folgten nicht nur Fragen zum Video-Element, die von Unkenntnis der Technik zeugten (Fragestellungen wie Beherrscht der Browser gängige Video-Kompressionen ? werden an verschiedensten Stellen hinlänglich beantwortet), sondern auch eine klare Ansage bzgl. eines eher konservativen Technik-Ansatzes: Sollte sich HTML 5 mal zu einem Standard entwickeln, wird der Deutsche Bundestag vermutlich nicht die erste öffentliche Institution sein, die auf diesen Zug aufspringt. Vor 2022 wird dieser Maßgabe nach also wohl eher wenig passieren.

Nichtsdestotrotz habe ich eine Demoseite mit einem sehr kurzen Clip (17 s) erstellt, damit man sehen kann, wie eine Lösung aussehen könnte: Neue Versionen von Firefox, Opera und Chrome sowie Safari mit nachgerüsteten Codecs spielen hier das Theora-Video ab, Safari „Vanilla“ verwendet die beim Bundestag gehostete H.264-Version. Browser ohne HTML5-Unterstützung ignorieren das Video-Element und nutzen somit ein Flash-Applet. Internet Explorer ohne Flash bleibt außen vor, aber das tut er auch ohne Video-Element.

Standbild eines Videos des Redebeitrags von Dr. Heinz Riesenhuber im Bundestag am 27.10.2009 um 11:29 Uhr (1. Sitzung, TOP 2)
erlehmann
Kein Kommentar

Linkschleuder (3)

erlehmann
Ein Kommentar

HTML5 media elements in ELinks

Text web browsers — programs that output web pages to text consoles and virtual terminals — are nowadays considered obsolete relicts from an earlier age by most, due to the rise of modern GUIs. Peeking under the hood, this may not be necessarily true: ELinks, an experimental fork from a browser called Links sports some features even most modern graphical browsers dont have out of the box, like Bittorrent support or regex searching.

With a small enhancement I wrote, it can now also make use of the HTML5 media elements — the standards-based way of embedding audio and video files in web pages. To keep things simple, I decided to copy the handling for the object element — a link is inserted, that, when activated (via enter key or mouse click), gives you a choice between downloading the file to disk or viewing it in your favorite media player (probably with AAlib output enabled).

Of course, despite being usable, this is not a real implemention of the media element API by any stretch (Elinks does not even do the playback). Also, several features are still missing:

  • There is no parsing for the source element.
  • The video element’s poster attribute is not considered either.
  • Scripting involving media elements is not possible at all.

An archive containing the patched ELinks 0.12~pre5 source and a binary for Linux on x86 is available for Download. To illustrate how the Youtube HTML5 Demo looks in this version of ELinks, here is a screenshot:

ELinks web browser displaying the Youtube HTML5 Demo
erlehmann
7 Kommentare

Sousveillance-Videos und Webstandards

Sousveillance (wörtlich übersetzt „Unterwachung“) stellt ein Gegenkonzept zur Überwachung der Bürger durch staatliche Stellen dar und beantwortet auf brachial simple Weise die Frage „Wer überwacht eigentlich die Wächter ?“: Im Idealfall wird das Verhalten privilegierter Personen, etwa von Polizisten, hierbei durch eine Vielzahl Freiwilliger aufgezeichnet, um möglichen Missbrauch zu dokumentieren.

Seit dem Vorfall bei der Demo am Samstag ist nun deutlich, dass diese Vorgehensweise im Ernstfall nicht nur im Netz mediale Aufmerksamkeit sichert. Ob sie auch Mittel sein kann, die politisch Verantwortlichen zum Handeln zu bringen, die Forderung nach eindeutiger Markierung von Polizisten durchzusetzen, ist noch unklar; eine telefonische Anfrage beim Senat erbrachte keine Erkenntnisse in diese Richtung. Fest steht allerdings: Das Internet ist hier an den alten Medien vorbeigezogen, die sich nicht in der Lage zeigten, auch nur annähernd derart schnell und intensiv zu publizieren.

Ein gehöriges Lob, nicht nur für Verbreitung des Inhaltes, sondern auch für die gewählte Form, gebührt dem CCC und insbesondere Fefe: Die Videodatei ist u.A. im freien Format Theora abrufbar, wird mittels des aus HTML5 stammenden <video>-Elements eingebunden und kann so von modernen Browsern (Chrome, Firefox, Opera) ohne Installation eines Plugins wie z.B. dem proprietären Adobe Flash dargestellt werden. Gleichzeitig fallen keine Lizenzzahlungen an, die ab 2010 für Web-Videoinhalte in MPEG-Formaten vorgesehen sind.

Leider sieht es allerdings auf anderen Blogs immer noch unbefriedigend aus, was das Agenda-Setting für freie Medienformate betrifft: Insbesondere Netzpolitik.org verwendet im entsprechenden Beitrag ausschließlich Youtube-Embeds und damit Flash — bei einem Blog, deren Betreiber sich an anderer Stelle explizit für freie Software und offene Standards aussprechen, untergräbt dies die eigene Glaubwürdigkeit.

Dass es strategisch durchaus Sinn macht, Theora zu verwenden, stellt übrigens auch Ian Hickson, Editor des HTML5-Standards, klar: Der Apple-Browser Safari unterstützt das freie Videoformat bisher nicht, eine kontinuierliche Verwendung sieht Hickson jedoch als besten Weg, Apple zu überzeugen. Für diesen Fall, so erläutert er weiterhin, wäre eine kritische Masse erreicht, mit der Theora auch offiziell als Standardformat vorgeschrieben werden könnte.

Wer Theora-Videos auf seiner eigenen Webseite einbinden möchte, sollte sich den entsprechenden Abschnitt im Theora-Kochbuch anschauen. Die FSF hat auch ein FAQ zum Thema.

erlehmann