Die Welt ist gar nicht so.

Sie ist ganz anders.

Archiv für Kategorie „Rants“

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Sousveillance-Videos und Webstandards

Sousveillance (wörtlich übersetzt „Unterwachung“) stellt ein Gegenkonzept zur Überwachung der Bürger durch staatliche Stellen dar und beantwortet auf brachial simple Weise die Frage „Wer überwacht eigentlich die Wächter ?“: Im Idealfall wird das Verhalten privilegierter Personen, etwa von Polizisten, hierbei durch eine Vielzahl Freiwilliger aufgezeichnet, um möglichen Missbrauch zu dokumentieren.

Seit dem Vorfall bei der Demo am Samstag ist nun deutlich, dass diese Vorgehensweise im Ernstfall nicht nur im Netz mediale Aufmerksamkeit sichert. Ob sie auch Mittel sein kann, die politisch Verantwortlichen zum Handeln zu bringen, die Forderung nach eindeutiger Markierung von Polizisten durchzusetzen, ist noch unklar; eine telefonische Anfrage beim Senat erbrachte keine Erkenntnisse in diese Richtung. Fest steht allerdings: Das Internet ist hier an den alten Medien vorbeigezogen, die sich nicht in der Lage zeigten, auch nur annähernd derart schnell und intensiv zu publizieren.

Ein gehöriges Lob, nicht nur für Verbreitung des Inhaltes, sondern auch für die gewählte Form, gebührt dem CCC und insbesondere Fefe: Die Videodatei ist u.A. im freien Format Theora abrufbar, wird mittels des aus HTML5 stammenden <video>-Elements eingebunden und kann so von modernen Browsern (Chrome, Firefox, Opera) ohne Installation eines Plugins wie z.B. dem proprietären Adobe Flash dargestellt werden. Gleichzeitig fallen keine Lizenzzahlungen an, die ab 2010 für Web-Videoinhalte in MPEG-Formaten vorgesehen sind.

Leider sieht es allerdings auf anderen Blogs immer noch unbefriedigend aus, was das Agenda-Setting für freie Medienformate betrifft: Insbesondere Netzpolitik.org verwendet im entsprechenden Beitrag ausschließlich Youtube-Embeds und damit Flash — bei einem Blog, deren Betreiber sich an anderer Stelle explizit für freie Software und offene Standards aussprechen, untergräbt dies die eigene Glaubwürdigkeit.

Dass es strategisch durchaus Sinn macht, Theora zu verwenden, stellt übrigens auch Ian Hickson, Editor des HTML5-Standards, klar: Der Apple-Browser Safari unterstützt das freie Videoformat bisher nicht, eine kontinuierliche Verwendung sieht Hickson jedoch als besten Weg, Apple zu überzeugen. Für diesen Fall, so erläutert er weiterhin, wäre eine kritische Masse erreicht, mit der Theora auch offiziell als Standardformat vorgeschrieben werden könnte.

Wer Theora-Videos auf seiner eigenen Webseite einbinden möchte, sollte sich den entsprechenden Abschnitt im Theora-Kochbuch anschauen. Die FSF hat auch ein FAQ zum Thema.

erlehmann
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Die alte Frau und das Netz

Dann kommen sie Schlag auf Schlag, die jungen, vergewaltigten Kinder (die alte Dame hält sich erschrocken den Mund zu), der Millionenmarkt mit seinen Drahtziehern (die alte Dame hält sich die Ohren zu), die ahnungslosen Surfer, die von kinderpornografischem Material angefixt werden (die alte Dame schließt die Augen) und immer wieder: die armen Kinder (die alte Dame weint).

Nichts grundsätzlich neues schreibt Malte Hübner da; es sollte hinreichend bekannt sein, wie die auswendig gelernten Phrasen der Ursula von der Leyen klingen und was ihre Wirkungsabsicht ist. Schön formuliert ist sie allerdings allemal, die Erzählung von den Vorkommnissen einer CDU-Veranstaltung, bei der die Familienministerin von einem gefährlichen Terroristen unhöflichen Störer mit Wasser attackiert wurde (auf der kritischen Internetplattform Krautchan ist latürnich wieder mal ein Geständnis aufgetaucht).

Angesichts der immer gleichen bizarren Schreckensrhetorik frage ich mich übrigens, wie absurd effekthascherisch die strategisch verbreiteten Geschmacklosigkeiten noch werden können, bevor die Zielgruppe sich vollends verarscht fühlt (nein, ich rechne nicht damit, dass das je passiert). Wie wäre es denn hiermit ?

Wenn ich von Kinderpornografie im Internet spreche, spreche ich nicht davon, dass nackte Kinder posieren; das ist schlimm genug. Ich spreche von Babys, die gefesselt von der Decke hängen und mit Harken so lange vergewaltigt werden, bis sie an inneren Verletzungen sterben, während Millionen von Menschen jeweils 1000 Euro pro Stunde bezahlen, um sich das live im Internet anzuschauen. Das ist das Problem, über das wir hier reden.

erlehmann
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Kauft nicht bei Batman !

So, gestern war ich bei dieser Dönerbude am Ostbahnhof („Bistro Arena“, direkt hinter dem Bahnhofsgebäude) und bestellte einen Falafelteller, sozusagen als Abendessen. Und das war definitiv eine schlechte Idee, denn:

  • Das Falafel war abartig trocken.
  • Die Kräutersoße schmeckte schlechter als die Billigmayo auf den Pommes.
  • Das Gemüse wirkte recht labberig.
  • Die auf dem ausliegenden Flyer angekündigte Cola (FALAFEL TELLER mit Pommes Salat + Cola) gab es dann doch nicht.

Ich hab das dann trotzdem gegessen — ohne Getränk — bezahlt ist bezahlt (und die Pommes waren zugegebenermaßen gut). Aber: Scheiße wars; ich werd den Teufel tun, da nochmal hinzugehn. Und bevor es jetzt heißt, ich würde vorschnell urteilen: Ich war schon vorher einmal dort und hatte da eine Pizza bestellt — die angebrannt und vertrocknet serviert wurde. Ist mir schleierhaft, wie die positive Bewertungen bekommen können.

Der Fairness halber sollte ich wohl erwähnen, dass die anderen Dönerbuden in der Nähe auch unter aller Sau sind. Das wärs dann aber auch schon. Und wegen der Überschrift: Batman heißt der Inhaber. Aber vielleicht gugelt das ja mal jemand und nimmt mich in seine lustige Linkliste auf. Man weiß ja nie.

erlehmann