Jemand bei der Bildzeitung ist ganz offenbar zu blöde, um die Exif-Daten eines Bildes in einem der zahllosen Robert-Enke-Gedenkartikel zu entfernen. Konkret geht es um dieses Bild, in welchem ein Kommentar eingebettet ist, der tief blicken lässt (Daten hier unkenntlich gemacht):
Leserreporter darf nicht genannt werden..Handydaten da ..12.11.09..LR hat nachgeschickt ….Mobil: 0151-53xxxxxx, Bodo Rxxxxxx….
Das geht noch einige Zeit so weiter, bis dann auch die Email-Adresse des Betreffenden genannt wird. Danke Bild, ich kann mir echt prima ausmalen, wie ihr erst im Ernstfall eure Quellen schützt !
….Von: Bodo Rxxxxxx [mailto:bodo.rxxxxxx@online.de] ..Gesendet: Donnerstag, 12. November 2009 00:44..An: ‘info@bild.de’..Betreff: Freundschaftsbuch mit Robert Enke..Wichtigkeit: Hoch…. ….Hallo, …. ….zum angegeben Text hier noch ein paar Fotos, die die Korrektheit bestätigen. Vielen Dank , Gruß Bodo….
Aufgedeckt hat das ganze übrigens ein Nutzer der kritischen InternetplattformKrautchan:
Sie können diesen Artikel nicht bringen, wenn sie mir nicht handfeste Beweise vorgelegt haben ! Dass solche Sätze überhaupt außerhalb von Filmstudios und innerhalb echter Redaktionen fallen, ist wohl reine Fiktion — oder wie sonst ist zu erklären, dass nationale und internationale Medien, Ermittlungsbehörden und sogar der baden-würtembergische Innenminister sich von einer simplen Bildmanipulation täuschen ließen ? Ob Süddeutsche oder taz, B.Z. oder Tagesschau — alle titelten sie Amoklauf im Internet angekündigt, wiesen auf das Internetforum Krautchan hin. Erst einige Zeit, nachdem dessen Betreiber dementierten und Blogger Ungereimtheitenaufdeckten, ruderten Polizei und Medien zurück, einige offenbar dermaßen peinlich berührt, dass sie alte Artikel löschten. Lauert meer !, möchte man ihnen nur mitleidig zurufen.
Löblich erwähnt werden, kann hier nur ein Mitglied der „klassischen“ Medien — die London Times, die beim Betreiber nachfragte und promt ein Dementi erhielt: I even know who posted it, and he’s from Dusseldorf. That’s not even near Baden-Wuerttemberg. schrieb Administrator Tsaryu zurück, eine klare Absage an jeglichen übertriebenen Sensationsjournalismus. Da auch ich seit fast zwei Jahren auf Krautchan postiere, habe ich per IRC ein Interview mit dem Ersteller der Fake-Grafik geführt, der — aus nachvollziehbaren Gründen — anonym bleiben will (der Text ist rechtschreibkorrigiert).
Ich finde es ja amüsant, dass die Abendzeitung meinen Blogeintrag zweitverwertet, ganz ohne einen Link auf dieses Blog zu setzen. Tja, so ist das halt mit den Qualitätsmedien, die das Internet nicht verstanden haben …
Der dort erwähnte Journalist Markus Hannich war übrigens einer der ersten, die auf den Zug aufsprangen. Gut für seine Vita, dass die BILD die Story erst wollte, nachdem sich die Polizei gründlich blamiert hatte. Und die Sache mit dem verräterischen Zeitstempel ist Unsinn — der Amoklauf passierte am Vormittag des 11. März 2009, der Fakepost zeigt 2009-03-11 02:45:35.