Riesenwaschmaschine mit Volltext-Feed — so gehts !

Die Riesenmaschine (jetzt neu mit Waschzwang in jedem 10. Ei) liefert in ihre Feeds nicht im Volltext aus — statt dessen erhält man eine verstümmelte Version, über die sich vor Jahren auch bereits der Herr Pritlove aufregte. Die Rationale wird in den Kommentaren vom Herrn Eisenhower einfach erklärt: Zum Ersten handele es sich bei der RM um ein Gesamtkunstwerk, zum Zweiten schalten sie ja Werbung, die man im Feed nicht sieht (haha, als ob). Eisenhower fordert hier, man müsse „als Leser Zugeständnisse für die Refinanzierung machen.“

Fast tut er so, als wäre es sein Internet und nicht meins, genauer gesagt: Das der Anbieter und nicht das der Nutzer. Die zwar konsistente und vom Motiv her nachvollziehbare, doch in beiden Teilen ausgesprochen arrogante Haltung ließe sich ohne weiteres heranziehen, um DRM zu rechtfertigen und weiterhin Remixe und gleich jegliche Hackerey zu verbieten. Weiterhin ist es ein Paradebeispiel dafür, wie individuelle Interessen die allgemeine Zugänglichkeit (hier insbesondere: Maschinenlesbarkeit) von Daten beeinträchtigen.

Glücklicherweise gibt es Abhilfe, um ein derart defektes Angebot den Bedürfnissen der Nutzer anzupassen: Der Feedreader Newsfox ermöglicht es mit einer Funktion namens „Web-Filter“, statt des Feedinhaltes die verlinkte Seite oder einen Teil davon anzuzeigen. Trägt man den XPath-Ausdruck /html/body/div/table/tbody/tr[2]/td/div/p (ermittelt mit Firebug) in die Konfiguration ein (Screenshot), erhält man so auf komplizierte Weise das, was unzählige andere Seiten ohne Weiteres ausliefern: Ein funktionierendes Volltext-Feed.

09. Februar 2010 von erlehmann
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Wettererscheinungen analog zur Gefühlslage des Protagonisten

Nachdem ich mir soeben vornahm, ein tolles, seltenes Taschenbuch zu erwerben, ermuntert durch den Beginn einer bereits etwas angegilbten Dokumentation (schauen sie genau hin, sogar die sexuelle Komponente hatten SIE, bevor unsereins Hamilton und Sturges überhaupt Begrifflichkeiten waren), tritt nun die nächste Phase des Plans in Kraft, meine halbintellektuelle Internetgroupie-Existenz zu festigen: Frei nach dem Vorbild der Riesenmaschinisten (sie wissen ja), lässt sich nun auch Mikroliteratur vom Laien semiprofessionell bewerten.

Meine Damen und Herren, liebe Roboter, ich präsentiere ihnen die automagische Twitteraturkritik.

Einen Preis wird es natürlich nicht geben; Spenden diesbezüglich werden unweigerlich unterschlagen und in andere, ähem, Kanäle fließen (wenn sie verstehen, was ich meine). Auch: Dank an Kathrin für das Hashtag Legomenon; der studierten Nichtliteraturfachperson fällt so etwas im Regelfall kaum zu auf ein.

31. Januar 2010 von erlehmann
Kategorien: Bastelei, Netzkultur, Originärer Inhalt | Schlagwörter: , , | Schreibe einen Kommentar

Linkschleuder (8)

Die heutige Linkliste wird Ihnen präsentiert vom Buchstaben T, dem zwanzigsten Zeichen im lateinischen Alphabet.

Technik

Tatsachen

Träumereien

20. Januar 2010 von erlehmann
Kategorien: Linkschleuder | 1 Kommentar

HTML5-CC-Plugin für WordPress, Version 0.6 0.6.2

Seit einiger Zeit schon bastele ich an einem WordPress-Plugin, das es ermöglichen soll, creative-commons-lizenzierte Bilder, Videos und Audio-Dateien einfach in Blogposts einzubetten und die Lizenzinformationen sowohl menschen- als auch maschinen-lesbar darzustellen. Für die Ungeduldigen unter den Lesern: Downloads gibt es auf GitHub (Direkt-Tarball, Direktzip). Für alle anderen folgt eine kurze Erklärung, gleich nach dem Klick.

Um die in den Kommentaren bemerkten Pfadprobleme zu beheben, die durch die von GitHub vorgegebenen Ordnernamen entstanden, habe ich zur aktuellen Version 0.6.1 einen separaten Release-Tarball erstellt. Es ist weiterhin möglich, dass sich das Markup in naher Zukunft möglicherweise ändert; ich werde versuchen, die Stylesheets für diesen Fall so anzupassen, dass dann auch das aktuelle, dann ungültige Markup weiterhin erfasst wird.

In der nun aktuellen Version 0.6.2 ist das in den Kommentaren erwähnte Stylesheet-Problem behoben.

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11. Januar 2010 von erlehmann
Kategorien: Bastelei, Freie Lizenzen, Software | Schlagwörter: , , , , | 12 Kommentare

26C3: Here Bre Dragons

2010. Die Zukunft. Der 26C3 ist seit bald einer Woche vorbei und ich habe im neuen Jahr bisher noch nicht auf meiner eigenen Matraze übernachtet (Bin ich schon ein urbaner Penner oder muss man da tatsächlich etwas leisten ?). Das nächste Dutzend Monate sollte ich dann wohl damit verbringen, wenigstens ein paar der Aufnahmen der Vorträge anzuschauen. Hier ein paar kurze Notizen zur führenden Hackerkonferenz Berlins:

  • Der Kartenverkauf am Vorabend begann viel zu spät, irritierend für mich und meine neue große kleine große Schwester. Zum Glück trifft man in einer derartigen Prä-Congress-Situation bisweilen Bekannte, z.B. den presseschauer oder die großartige zeitrafferin, die in der taz drei hübsche C3-Artikel platzierte. (Unsympathen tauchten leider auch auf, hallo rieke.)
  • Der Lightning Talk zum Plomlombot (Folien als SVG) gefiel dem Publikum offenbar und brachte es auch auf eine Erwähnung bei Bits und so (Folge 179, ab 35:00). matthiasr schrieb ihn mittlerweile komplett neu — amüsanterweise, während er bei Ploms Identitätsvortrag in der c-base im Publikum saß.
  • Eine weitere Inkarnation Ploms, nach dem Vorbild von svenjas johlcat: Der Plomlolpom (a.k.a. Christian Loller), von dridde in Rekordzeit gecodet, nachdem ich ihm die Idee mitteilte — ebenfalls am Rande des erwähnten Vortrags.
  • Mein persönliches Highlight: Eine kleine Schwester, die zu identifizieren ich hier unterlassen werde, baute ein MiniPOV v3, mit dem sie nun Herzchen in die Luft malt. Mitch Altman überreichte ihr den passenden Aufnäher. Sie lötet besser als ich.
  • Bre bekam endlich die Gelegenheit, Werewolf zu spielen. Das Spiel ist viel toller, als ich annahm — insbesondere, wenn man rhetorisch fähige, vereinnahmende Leute wie ihn in der Runde hat. Ansonsten saß er im Keller und druckte mit dem Makerbot Drachenköpfe, während Philip Steffan Legosteine und eine (leider nicht wasserdichte) Teekanne produzierte. Bre gab mir eine Gedenkmünze.
  • Der Liquid-Democracy-Vortrag war armselig und minderwertig. Mit dieser Meinung stehe ich wohl nicht alleine: Vielen Bekannten von mir war die Präsentation zu abgehoben-technokratisch — wobei allerdings meine beiden technischen Fragen (zu Wahlsystem und Wahlcomputern) auch noch inkompetent bzw. unzufriedenstellend beantwortet wurden ! Kurzum: Die ahnungslose Amateurhaltung störte; ein Markus Beckedahl kann wesentlich näher am Thema darüber referieren, wie man sich — hier und jetzt — in der Politik einbringen kann.

05. Januar 2010 von erlehmann
Kategorien: Netzkultur, Technik | Schlagwörter: | Schreibe einen Kommentar

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