Wenn alles gut geht, wird auf der diesjährigen FSA-Demonstration dank großzügiger Unterstützung von Aram Bartholl ein Fahrzeug von Prügel Street View vertreten sein, das mit seinem hervorragenden Kameraaufbau geradezu dafür prädestiniert ist, Übergriffe gegen Demonstranten zu dokumentieren.
„Skandal!“ schreien da schon die Einen; „Die Persönlichkeitsrechte der Beamten müssen Vorrang haben!“, mahnen die Anderen. Doch natürlich haben wir von Prügel Street View uns ebenfalls die Frage gestellt, wie man Polizisten vor (fotografischen) Übergriffen schützt — und aus diesem Grund haben wir auch bereits ein Widerspruchsformular (PDF) vorbereitet:
Mehr Informationen zu Prügel Street View gibt es auf der zugehörigen Seite.
Heute erschien eine Pressemitteilung der Jungen Union Berlin, in dem diese ein härteres Vorgehen gegen frei verfügbare Pornografie im Internet anmahnt (Netzpolitik berichtete). Conrad Clemens, Landesvorsitzender der JU Berlin, hat hierzu Die Welt ist gar nicht so telefonisch einige Fragen beantwortet:
Die Welt ist gar nicht so: Handelt es sich bei der heute erschienen Pressemeldung mit der Überschrift Stoppt die Generation Porno! tatsächlich um eine offizielle Mitteilung der Jungen Union Berlin? Oder ist diese möglicherweise auf einen unberechtigten Zugriff auf die Webseite zurückzuführen?
Conrad Clemens: Das ist in der Tat so. Das stammt aus meiner Feder, es ist sozusagen eine Pressemitteilung von uns.
Die Meldung wurde von der JU-Berlin-Seite entfernt. Hier ist ein Screenshot.
D: Inwiefern verträgt sich die besagte Pressemeldung mit dem Netzpolitik-Beschluss des Deutschlandrates der Jungen Union von letzter Woche, der sich klar für den Grundsatz Löschen statt Sperren ausspricht, Sperrungen als nutzlos bezeichnet und eine erneute Debatte als überflüssig charakterisiert? Oder wurde der jetzige Zeitpunkt der Veröffentlichung gewählt, um gerade da eine konservative Gegenstimme anzubringen?
CC: Ich kenne den Beschluss des Deutschlandrates, ich finde ihn auch in großen Teilen gut und richtig. Das ist insofern ein neues Thema, als dass es heute eine Studie gab — einen aktuellen Bezug zur Pornografie im Netz. Davon handelt der Antrag, die Beschlusslage nicht explizit. Es geht eben darum, dass es schon länger einen Anstieg von Pornoseiten und einen leichten Zugang zu Pornoseiten von Jugendlichen, von Minderjährigen gibt und da finden wir als Junge Union Berlin, dass da eben etwas getan werden muss.
Kurz vor seiner Abreise ins Land der unbegrenzten Tödlichkeiten traf ich mich mit Technik-Philosoph mspro (Blog, Twitter) auf einer Wiese am Ostkreuz, um über seinen bisherigen Werdegang, sowie Philosophie und Politik zu plaudern. Zwischendurch wurden wir von einem alkoholisierten Penner gestört — aber hört selbst:
Es folgen nun einige Links zu den besprochenen Themen, bleiben sie dran.
Mit einem kleinen Aufruf wendet sich Die Welt ist gar nicht so heute an die Urlauber unter den Lesern: Verzichtet bitte auf Moskitonetze, Fliegenklatsche und entzündungshemmende Salbe !
Wir können den Einsatz derartiger Mittel durchaus verstehen: Hier und da ist der Ausflug ins Grüne kaum zu genießen, weil die Anzahl der Mücken im lokalen Feuchtgebiet wieder einmal in die Millionen geht. Sprays und klebrige Streifen helfen hier zuverlässig, wenigstens beim Einatmen keine Sorgen zu haben. Und nur allzu bequem ist es, mit einem Fetzen Stoff einfach dafür zu sorgen, dass sämtliche Blutsauger draußen gehalten werden — das verhindert zudem auch das Blankliegen der Nerven aufgrund ständigen Surrens. Nichtsdestotrotz handelt es sich um ein boshaftes Erschleichen von Leistungen, d.h. ungestörtem Erholen ohne schmerzhafte Quaddeln.
Einen sehr guten und richtigen Artikel zu diesem Thema hat übrigens Frank P., ein prominenter Vertreter der Blutsauger, vor ein paar Monaten bei Spiegel Online gebracht. P. schreibt hier:
Notwendig ist ein Bewusstseinswandel. Wer Mückenstiche als Belästigung wahrnimmt, sollte sich eines klarmachen: Der Deal, der auch dieses Angebot hier möglich macht, funktioniert nur, solange nicht zu viele Urlauber Moskitonetze benutzen. Mückenstichverweigerer haben die Freiheit belästigungsfreier Erholung nur, solange sich ihnen nicht zu viele Urlauber anschließen. Steigt der Prozentsatz der Verweigerer zu stark, sind Parasiten schließlich nicht mehr überlebensfähig.
Wir hoffen, dass sich möglichst viele Leser dieses Blogs dem Aufruf anschließen und Moskitonetze o.Ä. daheim lassen; danke dafür !