Wenn alles gut geht, wird auf der diesjährigen FSA-Demonstration dank großzügiger Unterstützung von Aram Bartholl ein Fahrzeug von Prügel Street View vertreten sein, das mit seinem hervorragenden Kameraaufbau geradezu dafür prädestiniert ist, Übergriffe gegen Demonstranten zu dokumentieren.
„Skandal!“ schreien da schon die Einen; „Die Persönlichkeitsrechte der Beamten müssen Vorrang haben!“, mahnen die Anderen. Doch natürlich haben wir von Prügel Street View uns ebenfalls die Frage gestellt, wie man Polizisten vor (fotografischen) Übergriffen schützt — und aus diesem Grund haben wir auch bereits ein Widerspruchsformular (PDF) vorbereitet:
Mehr Informationen zu Prügel Street View gibt es auf der zugehörigen Seite.
Für den Plakatspaß im Wohnzimmer gibt es die obige Grafik auch im SVG-Format: Original, Schrift als Pfad. Die Original-Version mit editierbarem Text benötigt die Schriftart Droid Sans Fallback.
Fun fact: In einem re-enactment einer Beckmann-Sendung, die ich einmal im Theater in den Hackeschen Höfen sah, wurde Alice Schwarzer von einem Schwarzen gespielt, was beim Publikum für einiges Gelächter sorgte. Gregor Gysi war ein junges Mädel mit roten Strumpfhosen, Hugo Egon Balder eine fette alte Frau, die nur gelegentlich etwas zu sagen hatte.
Heute erschien eine Pressemitteilung der Jungen Union Berlin, in dem diese ein härteres Vorgehen gegen frei verfügbare Pornografie im Internet anmahnt (Netzpolitik berichtete). Conrad Clemens, Landesvorsitzender der JU Berlin, hat hierzu Die Welt ist gar nicht so telefonisch einige Fragen beantwortet:
Die Welt ist gar nicht so: Handelt es sich bei der heute erschienen Pressemeldung mit der Überschrift Stoppt die Generation Porno! tatsächlich um eine offizielle Mitteilung der Jungen Union Berlin? Oder ist diese möglicherweise auf einen unberechtigten Zugriff auf die Webseite zurückzuführen?
Conrad Clemens: Das ist in der Tat so. Das stammt aus meiner Feder, es ist sozusagen eine Pressemitteilung von uns.
Die Meldung wurde von der JU-Berlin-Seite entfernt. Hier ist ein Screenshot.
D: Inwiefern verträgt sich die besagte Pressemeldung mit dem Netzpolitik-Beschluss des Deutschlandrates der Jungen Union von letzter Woche, der sich klar für den Grundsatz Löschen statt Sperren ausspricht, Sperrungen als nutzlos bezeichnet und eine erneute Debatte als überflüssig charakterisiert? Oder wurde der jetzige Zeitpunkt der Veröffentlichung gewählt, um gerade da eine konservative Gegenstimme anzubringen?
CC: Ich kenne den Beschluss des Deutschlandrates, ich finde ihn auch in großen Teilen gut und richtig. Das ist insofern ein neues Thema, als dass es heute eine Studie gab — einen aktuellen Bezug zur Pornografie im Netz. Davon handelt der Antrag, die Beschlusslage nicht explizit. Es geht eben darum, dass es schon länger einen Anstieg von Pornoseiten und einen leichten Zugang zu Pornoseiten von Jugendlichen, von Minderjährigen gibt und da finden wir als Junge Union Berlin, dass da eben etwas getan werden muss.
Julia Seeliger hat in den letzten Tagen gleich zwei Artikel zum per Volksentscheid festgeschriebenen Rauchverbot in Bayern produziert: Eine im Vorhinein der Abstimmung in der taz erschienene Polemik und einen erläuternden Blogeintrag, in dem sie das Regulierungsgebaren der Befürworter neben sonstiges grünes Nannyverhalten stellt (z.B. was dicke Kinder angeht).
In den Kommentaren fallen nun übermäßig viele euphemisierende Formulierungen auf — gerade auf Seiten der Verbotsbefürworter. Um diesem Abhilfe zu schaffen, habe ich auf die Schnelle ein Wordpress-Plugin gebastelt, das diskursverzerrende Begriffe durch politisch korrekte Alternativen ersetzt. Und so wird aus der verharmlosenden Formulierung „Ich als Nichtraucher bin ja für strikte Maßnahmen. Nichtraucherschutz ist eine Entscheidung der MEHRHEIT.“ nun das ehrlichere „Ich als militanter Nichtraucher bin ja für totale Maßnahmen. Rauchverbot ist eine Entscheidung der FASCHISTEN.“. So einfach ist das.
Leider hat Julia das Plugin nicht installiert; ihr liegt wohl etwas mehr an ernsthaftem Diskurs als mir.
Kurz vor seiner Abreise ins Land der unbegrenzten Tödlichkeiten traf ich mich mit Technik-Philosoph mspro (Blog, Twitter) auf einer Wiese am Ostkreuz, um über seinen bisherigen Werdegang, sowie Philosophie und Politik zu plaudern. Zwischendurch wurden wir von einem alkoholisierten Penner gestört — aber hört selbst:
Es folgen nun einige Links zu den besprochenen Themen, bleiben sie dran.