Werbung und Tracking im Web

Ich surfe oft per Mobilfunkverbindung und merke dann, wie viele überflüssige Daten Webseiten nachladen. UMTS hat im Vergleich zum Festnetz eine hohe Latenz: Es dauert über zehn Mal so lange, bis angeforderte Datenpakete ankommen – im Regelfall etwa 300 bis 700 Millisekunden statt 20 bis 50.

Um Zehntelsekunden längere Ladezeiten sollten eigentlich kein Problem darstellen. Webseiten voller Werbung und Social Media Widgets (Like, +1, Tweet) laden allerdings hunderte von Dateien, die für Leser* weitgehend überflüssig sind. Spreeblick etwa lädt 116 Dateien mit einer Gesamtgröße von 2,8MB. Selbst mit DSL bedeutet das eine Ladezeit zwischen 5 und 25 Sekunden – für eine Seite mit 7 Bildern und 3 Videos.

Übermäßige Werbung ist leicht erkennbar: Lade ich Heise Online ohne Werbeblocker, besteht 38% der Seitenfläche aus unerwünschten Informationen (Bildschirmfoto). Social Media Widgets hingegen funktionieren unsichtbar: Durch sie wissen soziale Netzwerke, wer welche Seiten aufruft. Die Übertragung dieser Daten erfolgt ohne Kenntnis oder Einwilligung der Nutzer* – es handelt sich also um Spyware.

Ende Januar baute ich ein Skript, das zeigt, welche externen Inhalte eine Webseite einbindet. Hier einige Ergebnisse:

Externe Inhalte auf http://heise.de Externe Inhalte auf http://spiegel.de Externe Inhalte auf http://taz.de Externe Inhalte auf http://faz.net Externe Inhalte auf http://netzpolitik.org Externe Inhalte auf http://mspr0.de Externe Inhalte auf http://zeit.de Externe Inhalte auf http://bild.de Externe Inhalte auf http://spreeblick.com Externe Inhalte auf http://crackajack.de

Privatsphärenfreundliche Webseiten ohne Bannerwerbung existieren!

Externe Inhalte auf http://blog.fefe.de Externe Inhalte auf http://krautchan.net

29. April 2013 von erlehmann
9 Kommentare

Kommentare (9)

  1. Und Netzpolitik voll mit dabei. Die sind echt nicht mehr ernst zu nehmen.

  2. Warum ist da kein Plot von http://blog.fefe.de? Ansonsten sehr begrüßenswert.

  3. Hab geplottet.

  4. https://addons.mozilla.org/en-US/firefox/addon/requestpolicy/ hilft dagegen, wenn man FF zum Browsen benutzt. Damit kann man sehr selektiv festlegen, welche website sich mit welcher location verbinden darf und ob dauerhaft oder nur temporär.

  5. Netzpolitik hat diesen Haufen Werbung nicht, um die Seite zu finanzieren, sondern damit Beckedahl sich mit einem neuen Schwung Casios ausrüsten kann.

  6. Lieber erlehmann, würdest du auch das mal für ccc.de machen, bitte?

  7. Diese kleinliche Kalkulation ist wohl schon die Vorbereitung auf die Telekom-Drosselung, was?

  8. Seit wann bist du unter die Datenschützer gegangen?

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