Die Welt ist gar nicht so.

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Archiv für Tag „krautchan“

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Wie uns soeben zu Ohren gekommen ist, wird dergeneral Anfang Dezember die gesamte Belegschaft Krautchans entlassen und zusammen mit dem Rest des Adminteams geschlossen zurücktreten. Die bisherige in Perl geschriebene Software DesuChan wird dann durch eine robuste, mit C entwickelte Lösung ersetzt, die auf dietlibc und libowfat basiert und den gatling-Webserver verwendet. Außerdem wird Krautchan ab 01.12. Fefechan heißen und es wird nur noch /f/ – Fefe geben.

Wer darauf nicht warten will, klicke bitte hier.

(USER WURDE FÜR DIESEN POST GEBANNT.)

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erlehmann
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Enke, Bild & die Poesiealbum-Kommentare

Jemand bei der Bildzeitung ist ganz offenbar zu blöde, um die Exif-Daten eines Bildes in einem der zahllosen Robert-Enke-Gedenkartikel zu entfernen. Konkret geht es um dieses Bild, in welchem ein Kommentar eingebettet ist, der tief blicken lässt (Daten hier unkenntlich gemacht):

Leserreporter darf nicht genannt werden..Handydaten da ..12.11.09..LR hat nachgeschickt ….Mobil: 0151-53xxxxxx, Bodo Rxxxxxx….

Das geht noch einige Zeit so weiter, bis dann auch die Email-Adresse des Betreffenden genannt wird. Danke Bild, ich kann mir echt prima ausmalen, wie ihr erst im Ernstfall eure Quellen schützt !

….Von: Bodo Rxxxxxx [mailto:bodo.rxxxxxx@online.de] ..Gesendet: Donnerstag, 12. November 2009 00:44..An: ‘info@bild.de’..Betreff: Freundschaftsbuch mit Robert Enke..Wichtigkeit: Hoch…. ….Hallo, …. ….zum angegeben Text hier noch ein paar Fotos, die die Korrektheit bestätigen. Vielen Dank , Gruß Bodo….

Aufgedeckt hat das ganze übrigens ein Nutzer der kritischen Internetplattform Krautchan:

Screenshot von Krautchan, der verräterischen EXIF-Kommentar eines Bildes zeigt.
erlehmann
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Sarrazin-Zitate hausgemacht

Der Zentralrat ist empört über die menschenverachtende Menschenverachtung Thilo Sarrazins, vergleicht seine Denke mit Göring, Goebbels und Hitler, fordert seinen Rücktritt — und liegt in seiner Einschätzung im entscheidenden Detail falsch: Sarrazin ist kein Nazi, auch nicht Rassist, er unterteilt einfach die Menschen in systemnützlich und systemschädlich, ganz ohne Ansehen von Rasse, Herkunft oder Geschlecht. Und das er dies offen gefühllos, kaum konstruktiv (man denke an das Hartz-IV-Menü) und unzulässig pauschalisierend (Die Türken erobern Deutschland […]) kundtut, ruft (zu Recht !) die medialen Geier auf den Plan, die sich laben am frisch angerichteten Drama.

Dennoch: Zurückgetreten wurde er bisher nicht; das Ende der Fahnenstange ist logischerweise noch lange nicht erreicht. Da nicht abzusehen ist, dass der ehemalige Anti-Sozialsenator in Zukunft die Klappe halten wird, kann es also nur einen Weg geben, die sarrazinmäßige Flucht nach vorn — und nichts bietet sich hier besser an als strategisch-rhetorische Hilfestellung für weitere Missetaten, auf das das Maß hoffentlich schnell überschwappt. Hier also einige Vorschläge, was Sarrazin noch so sagen könnte (und ohne Auftreten einer unvorhergesehenen Schädigung des Sprachzentrums wohl wird):

Der Aufzug im Fernsehturm ist stecken geblieben und ich musste dort auch auf engstem Raum mit fremden Leuten ausharren. Ich kann das ganze Theater um die Sache nicht nachvollziehen.

— über Anne Frank

Ich kann ihnen versichern, dass eine solche Maßnahme die Arbeitslosen annähernd halbieren würde.

— über das Köpfen von Hartz-IV-Empfängern

Dennoch sollte man nicht vergessen, dass die Gesellschaft davon profitiert, wenn sich junge Menschen zusammentun und gemeinsam versuchen, die Stadt, in der wir leben, zu einem besseren Ort zu machen.

— über die Zunahme rechtsextreme Gewalttaten

Geben ist seliger als nehmen — das steht ja auch schon in der Bibel und daran hat sich vom Prinzip her bis heute nichts geändert.

— über die Gewaltvorwürfe gegenüber der Berliner Polizei

Weitere Vorschläge, Lobhudeleien, sowie Kritik am Konzept der Lächerlichmachung selbstgerechter Arschlöcher mittels erfundener Geschmacklosigkeiten bitte in die Kommentare (Stromberg-Ergüsse sind von der Wertung ausgenommen, passen aber ins Konzept).

Hallo Bernds. Hier steht nirgendwo, dass das originaler Inhalt wäre. Nur: Ein KC-Archiv gibt es nunmal nicht. Auch: Wusstet ihr, dass Schüttli mich gebeten hat, nicht mehr auf KC zu verlinken ?

erlehmann
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Netto no Shishou: Bernd — Visual Novel, Krautchan-Style

ネットの師匠: Bernd (Netto no Shishou: Bernd, auf deutsch etwa „Meister des Internets: Bernd“) ist eine deutschsprachige Visual Novel, die mit dem Python-Framework Ren’Py entwickelt wird. Der Plot um den Sozialphobiker Bernd beginnt, als dieser mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester Laura gegen seinen Willen nach Berlin zieht — sein neues Zimmer ist dem Klischee entsprechend im Keller. Nachdem seine persönlichen Daten auf Krautchan postiert werden, kontaktiert ihn ein Mädchen aus der Nachbarschaft … mehr Infos gibt es im entsprechenden Artikel im Krautwiki, Downloads hier und hier.

Eine weiter fortgeschrittene VN namens Katawa Shoujo (auf deutsch: „Krüppel-Mädchen“) hat übrigens ein Team von 4chans /a/ gebastelt. Dort spielt die Handlung auf einer Schule für behinderte Jugendliche, Genaueres in der ED. Hier erstmal ein paar Bildchen von NNSB (mehr hier):

Laura im Supermarkt. Bildunterschrift: „Sie nimmt sich eine Packung Erdbeer-Kaugummis und legt sie auf's Band.“ Kostenlose Vollversion …
erlehmann
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Die alte Frau und das Netz

Dann kommen sie Schlag auf Schlag, die jungen, vergewaltigten Kinder (die alte Dame hält sich erschrocken den Mund zu), der Millionenmarkt mit seinen Drahtziehern (die alte Dame hält sich die Ohren zu), die ahnungslosen Surfer, die von kinderpornografischem Material angefixt werden (die alte Dame schließt die Augen) und immer wieder: die armen Kinder (die alte Dame weint).

Nichts grundsätzlich neues schreibt Malte Hübner da; es sollte hinreichend bekannt sein, wie die auswendig gelernten Phrasen der Ursula von der Leyen klingen und was ihre Wirkungsabsicht ist. Schön formuliert ist sie allerdings allemal, die Erzählung von den Vorkommnissen einer CDU-Veranstaltung, bei der die Familienministerin von einem gefährlichen Terroristen unhöflichen Störer mit Wasser attackiert wurde (auf der kritischen Internetplattform Krautchan ist latürnich wieder mal ein Geständnis aufgetaucht).

Angesichts der immer gleichen bizarren Schreckensrhetorik frage ich mich übrigens, wie absurd effekthascherisch die strategisch verbreiteten Geschmacklosigkeiten noch werden können, bevor die Zielgruppe sich vollends verarscht fühlt (nein, ich rechne nicht damit, dass das je passiert). Wie wäre es denn hiermit ?

Wenn ich von Kinderpornografie im Internet spreche, spreche ich nicht davon, dass nackte Kinder posieren; das ist schlimm genug. Ich spreche von Babys, die gefesselt von der Decke hängen und mit Harken so lange vergewaltigt werden, bis sie an inneren Verletzungen sterben, während Millionen von Menschen jeweils 1000 Euro pro Stunde bezahlen, um sich das live im Internet anzuschauen. Das ist das Problem, über das wir hier reden.

erlehmann