Die Welt ist gar nicht so.

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Die alte Frau und das Netz

Dann kommen sie Schlag auf Schlag, die jungen, vergewaltigten Kinder (die alte Dame hält sich erschrocken den Mund zu), der Millionenmarkt mit seinen Drahtziehern (die alte Dame hält sich die Ohren zu), die ahnungslosen Surfer, die von kinderpornografischem Material angefixt werden (die alte Dame schließt die Augen) und immer wieder: die armen Kinder (die alte Dame weint).

Nichts grundsätzlich neues schreibt Malte Hübner da; es sollte hinreichend bekannt sein, wie die auswendig gelernten Phrasen der Ursula von der Leyen klingen und was ihre Wirkungsabsicht ist. Schön formuliert ist sie allerdings allemal, die Erzählung von den Vorkommnissen einer CDU-Veranstaltung, bei der die Familienministerin von einem gefährlichen Terroristen unhöflichen Störer mit Wasser attackiert wurde (auf der kritischen Internetplattform Krautchan ist latürnich wieder mal ein Geständnis aufgetaucht).

Angesichts der immer gleichen bizarren Schreckensrhetorik frage ich mich übrigens, wie absurd effekthascherisch die strategisch verbreiteten Geschmacklosigkeiten noch werden können, bevor die Zielgruppe sich vollends verarscht fühlt (nein, ich rechne nicht damit, dass das je passiert). Wie wäre es denn hiermit ?

Wenn ich von Kinderpornografie im Internet spreche, spreche ich nicht davon, dass nackte Kinder posieren; das ist schlimm genug. Ich spreche von Babys, die gefesselt von der Decke hängen und mit Harken so lange vergewaltigt werden, bis sie an inneren Verletzungen sterben, während Millionen von Menschen jeweils 1000 Euro pro Stunde bezahlen, um sich das live im Internet anzuschauen. Das ist das Problem, über das wir hier reden.

erlehmann
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Trollerei auf Abgeordnetenwatch

Das hat er nun von seinen Ausfällen gegenüber interessiert fragenden Bürgern: Dieter E. Wiefelspütz, wohlmeinender SPD-Bundestagsabgeordneter und selbsternannter Experte für Netzbelange (DNS, TLD, GAGA, GOGO, TRALAFITTI) und gute Sitten wird zurück getrollt — mit klassischer deutscher Kopierpaste, Casio-Style (Screenshot):

Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelspütz,

vor einem Jahr hab ich mir für ca. 300 Euro die Casio EX-S770 Kamera gekauft. Diese war im Sommer schon schrott, weil irgendwie Sandkörner in die Kamera gekommen sind. Fand ich schon wunderlich, weil ich nur in Strandnähe war. Kostete mich dann 100 Euro Reperatur, weil Casio dafür keine Garantie übernehmen wollte. Vor zwei Monaten hab ich sie zurückbekommen. Heute dann der nächste Schaden: Das Display ist kaputt. Einfach so. Ohne Display ist die Kamera aber weitgehend wertlos. Mal schauen, was Casio sagt und ob diesmal die Garantie wenigstens zieht. Ich ärgere mich nur, dass ich soviel für eine Kamera ausgegeben habe, die innerhalb eines Jahres zum zweiten Mal kaputt ist. Und mich jetzt wieder mit dem Casio-Support rumärgern darf. Nochmal bin ich nicht bereit, Geld dafür auszugeben.

Wie stehen Sie zu solchen Themen? Was möchte Ihre Partei im Falle eines Wahlsieges tun, den Verbraucher vor derartigen Problemen zu schützen?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen!

Mit freundlichen Grüßen
Bernd Lieferts

Tja, da hat Markus Beckedahl wohl etwas losgetreten damals, mit seinem Rant über die Unzuverlässigkeit besagter Kamera — etwa ein Dutzend Variationen dieses Schneeklons finden sich im schuchtel.net-Wiki. Mittlerweile hat der Hersteller übrigens nachgebessert und bietet Schutzhüllen für die Exilim-Reihe an: Darüber hinaus sieht Casio auch am Strand für das EWC-10-Gehäuse Verwendung, weil es die Kameras vor Sand schützt, der die Elektronik beschädigen oder gar zerstören könnte.

Während ein weiterer Trollversuch leider pures Versagen ist, scheint die Identität der Spaßmacher noch nicht festzustehen … ;)

erlehmann