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	<title>Die Welt ist gar nicht so. &#187; linke.sds</title>
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	<description>Sie ist ganz anders.</description>
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		<title>Sexistische Unlogik im studentischen Wahlkampf</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Jan 2009 04:50:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[erlehmann]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[gender]]></category>
		<category><![CDATA[linke.sds]]></category>
		<category><![CDATA[logik]]></category>
		<category><![CDATA[quotierung]]></category>
		<category><![CDATA[sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[statistik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Professuren sind zu 85,7% männlich besetzt. Deshalb wollen wir strukturelle Benachteiligungen bekämpfen und Chancengleichheit herstellen. Aufschrift eines Wahlplakats der Linke[n].SDS zur Wahl des Studentenparlaments der HU Obige Formulierung, die mir am Dienstag an einer Litfasssäule in der Nähe der &#8230; <a href="http://blog.dieweltistgarnichtso.net/sexistische-unlogik-im-studentischen-wahlkampf">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<figure>
<blockquote>
Die Professuren sind zu 85,7% männlich besetzt. Deshalb wollen wir strukturelle Benachteiligungen bekämpfen und Chancengleichheit herstellen.
</blockquote>
<legend>
Aufschrift eines Wahlplakats der <i>Linke[n].<abbr title="Sozialistisch-Demokratischer Studierendenverband">SDS</abbr></i> zur Wahl des Studentenparlaments der <i><abbr title="Humbold-Universität">HU</abbr></i>
</legend>
</figure>
<p>
Obige Formulierung, die mir am Dienstag an einer Litfasssäule in der Nähe der <abbr title="Humbold-Universität">HU</abbr> begegnete, impliziert verbreiteten Sexismus und wird wohl – das vermute ich – von vielen Betrachtern als logisch wahre Schlussfolgerung anerkannt. Und doch handelt es sich bei dieser undifferenzierten Aussage um einen <em>Fehlschluss</em>: Daten qualitativ unterschiedlicher Teilpopulationen lassen sich nicht auf diese Weise zusammenführen. Was die Vernachlässigung detaillierter Umstände nach sich ziehen kann, zeigt im Wikipedia-Artikel zum <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Simpson-Paradoxon">Simpson-Paradoxon</a> der sehr interessante Abschnitt zur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Simpson-Paradoxon#Diskriminierungsklage_gegen_die_Universit.C3.A4t_Berkeley">Diskriminierungsklage gegen die <abbr title="University of California, Berkeley">UC Berkeley</abbr></a>.
</p>
<p>
Als ich mit anwesenden Vertretern der betreffenden Liste über diesen argumentativen Mangel diskutieren will, lautet die Antwort immer wieder, es <em>komme gar nicht auf eine korrekte Begründung an</em>, Frauenförderung sei einfach notwendig. Mein Argument, dass ihr Wahlkampf somit auf Stammtisch-Niveau statt fände, lässt keiner der Angesprochenen gelten. Ich frage mich, ob die Verfasser des Plakates je einen Statistik-Kurs besucht haben.
</p>
<p>
Schnell wird umgeschwenkt auf die Wahl der Mittel: <q>Quotierung muss sein</q>, tönt es mir entgegen, wieder wird obige Zahl zitiert. Was ich als biologisch männliches Wesen dafür getan hätte, diskriminiert zu werden, wird mir nicht erklärt – mehr als die diffuse Aussage, Frauen hätten es halt schwieriger im Leben, erhalte ich nicht. Nachdem ich die Frage in den Raum stelle, ob eine Geschlechtsumwandlung wohl förderlich für eine Karriere bei den Grünen wäre, werde ich eingeladen, einer Debatte über Hochschulpolitik beizuwohnen. Da mir das alles zu bunt wird, gehe ich; in der S-Bahn skizziere ich eine Geschichte zum Thema.
</p>
<h3>Bart, Lisa und die Geschlechtergerechtigkeit</h3>
<p>
Angenommen, die <i>Universität Springfield</i> richtet zwei neue Professuren für <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Magnetohydrodynamik">Magnetohydrodynamik</a> ein. Es gibt zehn gleichermaßen qualifizierte Bewerber – acht Männer und zwei Frauen, darunter Bart und Lisa. Hätte jeder von ihnen eine gleiche Chance auf die Professur, so läge diese bei <em>20%</em>; die Chance, dass die Professur männlich besetzt würde, läge allerdings bei <em>80%</em> – dem männlichen Bewerberanteil.
</p>
<p>
Nun ist Springfield jedoch <del>feministisch</del> <ins>„geschlechtergerecht“</ins> eingestellt, weswegen eine Stelle garantiert von einer Frau, die andere garantiert von einem Mann besetzt werden muss. Lisa konkurriert nun nur noch gegen eine andere Frau und hat eine Chance von <em>50%</em> auf die Professur, während Bart sich gegen sieben Mitbewerber durchsetzen muss und somit nur noch eine Chance von <em>12,5%</em> hat, die Professur zu erhalten.
</p>
<p>
Langsam fährt die Kamera durch die Straßen Berlins, umkreist die eingangs erwähnte Litfasssäule und fokussiert ein Wort: <strong><q>Chancengleichheit</q></strong> …
</p>
<ins datetime="2009-02-12T14:19:32+00:00">
<p>
Mehr interessante Statistikfehler gibt es übrigens bei <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/08/20/drei-bemerkungen-zur-todesstrafe-in-den-usa/"><i>USA Erklärt</i></a>, dort zum Thema Todesstrafe, gegen die ja immer wieder gehalten wird, sie sei rassistisch:
</p>
<blockquote cite="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/08/20/drei-bemerkungen-zur-todesstrafe-in-den-usa/">
<p>
[…] Studien weisen darauf hin, dass die Mörder von Weißen
<a href="http://archive.gao.gov/t2pbat11/140845.pdf">überproportional häufig hingerichtet</a>
[PDF] werden, egal welcher Rasse sie selbst angehören:
</p>
<p>
Da der überwiegende Anteil der Morde an Weißen von Weißen begangen werden, würde das System damit [wieder] Weiße diskriminieren, denn sie würden für das gleiche Verbrechen eher hingerichtet. […]
</p>
</blockquote>
</ins>]]></content:encoded>
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