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	<title>Die Welt ist gar nicht so. &#187; kritik</title>
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	<description>Sie ist ganz anders.</description>
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		<title>Postjournalismus – Warum Guttenberg kein Pirat und Khuê Pham keine gute Journalistin ist</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Mar 2011 15:40:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[erlehmann]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Freie Lizenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[plagiat]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum ist der Lügenbaron abserviert, wagen sich auch außerhalb Facebooks jene hervor, die in der Affäre Guttenberg ihr simples Weltbild bestätigt sehen – oder auch einfach nur steile Thesen in den Raum stellen wollen. So behauptet etwa Khuê Pham unter &#8230; <a href="http://blog.dieweltistgarnichtso.net/postjournalismus">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>
Kaum ist der Lügenbaron abserviert, wagen sich auch außerhalb Facebooks jene hervor, die in der Affäre Guttenberg ihr simples Weltbild bestätigt sehen – oder auch einfach nur steile Thesen in den Raum stellen wollen. So behauptet etwa Khuê Pham unter der Überschrift <a href="http://www.zeit.de/2011/10/Guttenberg-Ruecktritt-Internet?page=all"><i>Er war ein Pirat</i></a>, Karl-Theodor zu Guttenberg sei <q>seinen Jägern</q> nicht unähnlich; <i>copy and paste</i> als <q>moderne Kulturpraxis</q> von <q>Netzaktivisten</q> lasse die Einordnung der zusammengeklaubten Dissertation als <i>mash-up</i> zu. Insofern – so die Autorin – sei er für die <a href="http://neusprech.org/internetcommunity/"><q>Netzgemeinde</q></a> ein <q>Bruder im Geiste</q>, die Motivation der <i>Jäger</i> bleibe unverständlich.
</p>

<p>
Bereits auf den ersten Blick fällt der dürftige Stil des Artikels auf: Garniert mit einer Boulevardfrage (<q>Hört jetzt der Streit zwischen Internetaktivisten und netzskeptischen Politikern auf?</q>) betont die Autorin das Vorkommen von <q>Kampfbegriffen</q> (etwa: Zensursula) in netzpolitischen Debatten – um dann noch im selben Absatz die unpräzise Phrase des <q>geistigen Eigentums</q> zu bemühen. Ganz nach der Linie von Copyright-Extremisten vermischt sie so unter Anderem Urheberrecht, den Wunsch nach Namensnennung und Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens.
</p>

<p>
Keine Frage: Guttenberg hat mit seinem extensiven Plagiat alle drei Bereiche berührt; der vermeintliche Widerspruch bleibt dennoch arg konstruiert. Zwar zitiert die Autorin – korrekt – Markus Beckedahl, der in puncto Urheberrecht doppelte Standards bei der Union sieht, verkennt dann aber die Unterscheidung zu Positionen freier Kultur: <a href="http://freedomdefined.org/Definition/De">Forderungen</a> nach ungehinderter <em>Anwendung</em> und Möglichkeit zu <em>Kopie</em>, <em>Veränderung</em> oder <em>Verbesserung</em> implizieren keine Ablehnung der Nennung von Urheber oder Rechteinhaber.
</p>

<p>
Um dies festzustellen, bedarf es sicher keiner <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,694862,00.html">Ausbildung</a> an einer renommierten Journalistenschule – schon eine flüchtige Beschäftigung mit tatsächlicher Remix-Praxis hätte gereicht: So setzen sämtliche <a href="http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/">Creative-Commons-Lizenzen</a> eine Namensnennung voraus; Bestandteile der Werke von <i>Sampling</i>-Künstler <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Girl_Talk_(musician)"><i>Girl Talk</i></a> sind dieser Ethik entsprechend <a href="http://mashupbreakdown.com/">interaktiv aufgelistet</a>. Auch die thematisch verwandten <a href="http://www.debian.org/social_contract#guidelines"><i>Debian-Richtlinien für Freie Software</i></a> und die davon abgeleitete <a href="http://www.opensource.org/osd.html"><i>Open Source Definition</i></a> lassen Maßnahmen zum Schutz der Integrität eines Werkes durchaus zu; selbst viele <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/BSD-Lizenz">minimalistische Software-Lizenzen</a> fordern als einzige Bedingung für die Weiterverarbeitung eine Beibehaltung der Autorennennung.
</p>

<p>
Doch nicht erst die semantische Vermengung von Kopie und Bearbeitung macht den Artikel wirr – nebenbei behauptet die Autorin noch, das Netz, ja <q>Zugang zu Google</q>, mache Abschreiben <q>verführerisch einfach</q>, konstruiert so eine Verlagerung der Schuld weg von Guttenberg, hin zum (bösen) Internet. Sollte sich Khuê Pham auch in Zukunft weder um Fakten, noch um Kohärenz bemühen, täte die <i>Zeitungsgemeinde</i> gut daran, sich den Namen der Autorin zu merken – damit <i>Printaktivisten</i> ihre Artikel mit der <i>modernen Kulturpraxis</i> des <i>drag and drop</i> gleich zu den Erzeugnissen von Frank Patalong und Ben Schwan in den Mülleimer befördern können.
</p>

<p>
<small>
<b>Hinweis auf einen möglichen Interessenkonflikt</b>: Ich habe für das <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki"><i>GuttenPlag</i></a>-Projekt zwei Programme geschrieben. Eines (<i>Guttenviz</i>) stellt die identifizierten Fragmente in Karl-Theodor zu Guttenbergs Arbeit als <a href="http://daten.dieweltistgarnichtso.net/src/guttenviz">interaktiven Barcode</a> dar, das andere (<i>Guttencat</i>) gibt aus, wie viele Fragmente und Zeilen <a href="http://daten.dieweltistgarnichtso.net/src/guttencat.py">welcher Plagiatskategorie</a> angehören. Die ermittelten Zahlen flossen in den <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/2._Zwischenbericht#Analysierte_Fundstellen">zweiten Zwischenbericht</a> von <i>GuttenPlag</i> ein.
</small>
</p>

<ins datetime="2011-05-07T23:40:14+00:00">
<p>
Ich habe mich auf der <i>re:publica</i> 2011 mit  Khuê Pham über den in diesem Beitrag kritisierten Artikel unterhalten. Dass sie mit der Formulierung vom <q>geistigen Eigentum</q> die Rhetorik der – eigentlich kritisierten – <span title="CDU und CSU">Union</span> übernahm, war ihr offenbar nicht bewusst. Auch die reißerische Überschrift (<q>[…] war ein <em>Pirat</em></q>) hielt sie im Nachhinein für einen Fehler, an dem sich Kommentatoren unnötigerweise <a href="http://www.zeit.de/2011/10/Guttenberg-Ruecktritt-Internet?commentstart=1#cid-1171707">festbissen</a>.
</p>
<p>
Ingesamt stellte sie sich meiner Kritik freundlich und unaufgeregt – schon dies halte ich für einen guten Grund, mein höhnisches Fazit („schlechte Journalistin“) zurückzunehmen. Insofern: Dieser Artikel sollte nicht so heiß gegessen werden, wie er gekocht wurde.
</p>
</ins>]]></content:encoded>
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		<title>Wettererscheinungen analog zur Gefühlslage des Protagonisten</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 17:45:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[erlehmann]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Bastelei]]></category>
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		<category><![CDATA[kritik]]></category>
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		<description><![CDATA[Nachdem ich mir soeben vornahm, ein tolles, seltenes Taschenbuch zu erwerben, ermuntert durch den Beginn einer bereits etwas angegilbten Dokumentation (schauen sie genau hin, sogar die sexuelle Komponente hatten SIE, bevor unsereins Hamilton und Sturges überhaupt Begrifflichkeiten waren), tritt nun &#8230; <a href="http://blog.dieweltistgarnichtso.net/wettererscheinungen-analog-zur-gefuhlslage-des-protagonisten">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>
Nachdem ich mir soeben vornahm, ein <a href="http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&#038;item=230428725503"><i>tolles, seltenes Taschenbuch</i></a> zu erwerben, ermuntert durch den Beginn einer bereits etwas angegilbten <a href="http://www.youtube.com/watch?v=J3TOSgF7dFw">Dokumentation</a> (schauen sie genau hin, sogar die <i>sexuelle Komponente</i> hatten <a href="http://riesenmaschine.de/bilder/lukeandtrooke_diagramm.jpg"><em>SIE</em></a>, bevor unsereins Hamilton und Sturges überhaupt Begrifflichkeiten waren), tritt nun die nächste Phase des Plans in Kraft, meine halbintellektuelle Internetgroupie-Existenz zu festigen: Frei nach dem <a href="http://docs.google.com/Doc?id=d3nxxvf_1073tr8nfmdq">Vorbild</a> der Riesenmaschinisten (<a href="http://www.zitate-welt.com/zitat/8808.html">sie wissen ja</a>), lässt sich nun auch Mikroliteratur vom Laien semiprofessionell bewerten.
</p>
<p>
Meine Damen und Herren, liebe Roboter, ich präsentiere ihnen die <a href="http://docs.google.com/View?id=dgwc3s2h_0hkgpx4c9"><strong>automagische Twitteraturkritik</strong></a>.
</p>
<p>
<small>
Einen <a href="http://riesenmaschine.de/index.html?nr=20090628073405">Preis</a> wird es natürlich nicht geben; Spenden diesbezüglich werden unweigerlich unterschlagen und in andere, ähem, <i>Kanäle</i> fließen (wenn sie verstehen, was ich meine). Auch: Dank an Kathrin für das <i>Hashtag Legomenon</i>; der studierten Nichtliteraturfachperson fällt so etwas im Regelfall kaum <del>zu</del> <del>auf</del> ein.
</small>
</p>]]></content:encoded>
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		<title>Ein Scheißbuch</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Mar 2009 21:21:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[erlehmann]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[fleckenteufel]]></category>
		<category><![CDATA[kritik]]></category>
		<category><![CDATA[scheißbuch]]></category>
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		<description><![CDATA[Jugendliche auf einer evangelischen Kirchenfreizeit an der Ostsee — beinahe so, als hätte es 1977 keine anderen Möglichkeiten gegeben, mit Gleichaltrigen und insbesondere dem anderen Geschlecht in Kontakt zu kommen, führt der Autor das Setting für den Roman ein, der &#8230; <a href="http://blog.dieweltistgarnichtso.net/ein-scheisbuch">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>
Jugendliche auf einer evangelischen Kirchenfreizeit an der Ostsee — beinahe so, als hätte es 1977 keine anderen Möglichkeiten gegeben, mit Gleichaltrigen und insbesondere dem anderen Geschlecht in Kontakt zu kommen, führt der Autor das Setting für den Roman ein, der als „Antwort auf <a href="urn:isbn:3832180575">Feuchtgebiete</a>“ angekündigt wurde.
</p>
<p>
Dass Protagonist Thorsten analfixiert ist, erfahren wir auf der zweiten Seite, wenig später kommen weitere Aspekte seiner Persönlichkeit zur Sprache: Ständige homoerotische Fantasien und Abscheu für fette und hässliche Menschen, abgerundet von einer unerklärlichen Vorliebe für Landsergeschichten zeichnen das Bild eines recht ratlosen Jungen, der offenbar weder Freunde noch sexuelle Erfüllung findet und nebenbei Bukowski liest.
</p>
<p>
Nebenfiguren entsprechen größtenteils Klischees — und wenn der Schläger, der Dumme, der Schöne, die Schöne, der und die Hässliche und der mit dem großen Schwanz dann interagieren, hockt Thorsten oft nur wortkarg dabei. So unspannend das klingt, ist es auch — man lernt sich oberflächlich kennen, spielt Skat oder Doppelkopf, schleicht bei Dunkelheit zu den Mädels und trinkt Alkohol; Strand kommt tatsächlich erst gegen Ende der Handlung vor.
</p>
<p>
Die Erwartung, dass Strunk das platte Szenario durch Inhalte ausgleichen kann, erfüllt sich trotz einiger erwähnenswerter Szenen nicht; der gezwungen wirkende Schreibstil tut sein Übriges. Spontan fallen gleich mehrere genreverwandte Bücher ein, die besser sind; <a href="urn:isbn:3499241161">Dorfpunks</a> etwa ist witziger, <a href="urn:isbn:3453675207">Macht und Rebel</a> kreativer, selbst <a href="urn:isbn:3421054592">Karlmann</a> wirkt bei ähnlich unzureichender Handlung stilistisch ansprechender.
</p>
<p>
Nochmal hätte ich nicht Lust, Geld dafür auszugeben.
</p>
<p>
<a href="urn:isbn:3499252244"><i>Fleckenteufel</i></a> — <span class="author">Heinz Strunk</span>, 12,00 € (D)
</p>]]></content:encoded>
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