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	<title>Die Welt ist gar nicht so. &#187; jmstv</title>
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	<description>Sie ist ganz anders.</description>
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		<title>Die unerträgliche Feigheit der inneren Emigration</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 11:39:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[erlehmann]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
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		<description><![CDATA[Der neue Jugendmedienschutz-Staatsvertrag ist so gut wie im Sack, kein Zweifel. Während Union und Verräterpartei mittlerweile in jeder Hinsicht als Feinde des Netzes bekannt sind, schenken sich allerdings auch die kleineren Akteure nichts: FDP und Grüne ratifizierten, wo sie konnten; &#8230; <a href="http://blog.dieweltistgarnichtso.net/die-unertragliche-feigheit-der-inneren-emigration">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>
Der neue Jugendmedienschutz-Staatsvertrag ist so gut wie <span title="IM SACK IM SACK IM SACK">im Sack</span>, kein Zweifel. Während Union und <abbr title="SPD">Verräterpartei</abbr> mittlerweile <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Vorratsdatenspeicherung">in jeder Hinsicht</a> als <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Zugangserschwerungsgesetz">Feinde des Netzes</a> bekannt sind, schenken sich allerdings auch die kleineren Akteure nichts: <abbr title="Freie Demokratische Partei">FDP</abbr> und Grüne <a href="https://spreadsheets.google.com/pub?key=0AnrHIeb5cmJedGU4Q2hpdnU4SENHdENXd3czSHljX0E&#038;hl=de&#038;output=html">ratifizierten</a>, wo sie konnten; von den berliner Linken <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/jmstv-in-berlin-parlamentarische-zwange-auch-bei-der-linken/">wird erwartet</a>, dass sie sich dem Koalitionspartner fügen, wenn es um die Pflicht zu <em>Sendezeitbegrenzungen</em> und <em>Altersauszeichnungen</em> im Internet geht. Thomas Knüwer hält schon <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2010/11/deutschlands-parteien-unwahlbar-eine-wutrede/">keine dieser Parteien</a> mehr für wählbar.
</p>

<p>
Durchsichtig wirkt hierbei insbesondere der Versuch der <i>Grünen <abbr title="Nordrhein-Westfalen">NRW</abbr></i> mit Hinweis auf <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/jmstv-in-nrw-grune-tragen-schwarz-gelbe-altlast/"><q>Altlasten</q></a> und <a href="https://twitter.com/gruenenrw/status/9305356467445760"><q>parlamentarische Zwänge</q></a> die kognitive Dissonanz zu beseitigen, dass <i>irgendwie</i> auch ein Anspruch besteht, <a href="http://www.gruenes-blog.de/netzpolitik/">Netzpartei sein zu wollen</a>; entlarvend, dass man in Hamburg die Zustimmung zum Staatsvertrag <a href="http://www.hamburgische-buergerschaft.de/cms_de.php?templ=akt_protokoll.tpl&#038;sub1=62&#038;sub2=67&#038;sub3=256&#038;cont=4264">mitbeschloss</a>, nur wenige Tage, bevor <a href="http://www.tagesschau.de/inland/hamburgkoalition110.html">die Koalition brach</a>. Und in Thüringen stimmte man <a href="http://politik.benjamin-stoecker.de/2010/10/07/der-jmstv-die-grunen-thuringen-und-der-schmerz/">selbst aus der Opposition</a> <em>für</em> das Machwerk — trotz vorher angesagter (und mittlerweile <a href="http://www.piraten-thueringen.de/PIRATEN%20Th%C3%BCringen%20beenden%20die%20Kooperation">abgesägter</a>) <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Thueringen-Piratenpartei-kooperiert-mit-Gruenen-752369.html">Kooperation mit der Piratenpartei</a>.
</p>

<p>
Um es noch einmal zu betonen: Eine Alterskennzeichnung von potentiell jugendgefährdenden Inhalten wird mit dem neuen <abbr title="Jugendmedienschutz-Staatsvertrag">JMStV</abbr> <a href="http://www.jmstv-wiki.de/index.php?title=Synopse#.C2.A7_5_Entwicklungsbeeintr.C3.A4chtigende_Angebote"><em>verpflichtend</em></a>, sofern keine Zugangsbeschränkungen oder Sendezeiten implementiert werden. Bei <em>falscher</em> Kennzeichnung drohen <a href="http://jmstv-wiki.de/index.php?title=Synopse#.C2.A7_24_Ordnungswidrigkeiten">Geldbußen bis zu <em>500.000€</em></a> — wie leicht dies passieren kann, zeigt <a href="http://ak-zensur.de/jmstv/">ein Experiment des <i>AK Zensur</i></a>: An die 80% der durch Laien vorgenommenen Einstufungen <a href="http://ak-zensur.de/2010/06/jmstv-ungeeignet.html">waren falsch</a>; die Inanspruchnahme professioneller Dienste wie etwa der <i>Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter</i> ist für Privatleute jedoch <a href="http://www.fsm.de/de/Beitragsordnung">kaum zu bezahlen</a>. Ein im Sinne des Gesetzes <i>geeignetes</i> Altersklassifizierungssystem existiert übrigens nicht.
</p>

<p>
Kurzum: Im Internet Inhalte auch nur <em>vorzuhalten</em> wird zum Problem; deutsche Betreiber von Webseiten werden massiven Rechtsunsicherheiten ausgesetzt — während ausländische Angebote unbehelligt bleiben, was die Mär vom angeblichen Jugendschutz noch absurder wirken lässt.
</p>

<p>
Die ersten Blogger haben sämtliche ihrer Inhalte nun bereits <a href="http://yuccatree.de/2010/11/diese-blogs-gehen-wegen-des-jmstv-offline/">präemptiv depubliziert</a> — prominentester Vertreter ist wohl <i>isotopp</i>; jegliche Links auf seine Seite führten bereits wenige Stunden nach der Ankündigung auf eine <a href="http://koehntopp.de/">entsprechende Erklärung</a>:
</p>

<blockquote cite="http://koehntopp.de/">
<p>
Nach diesem Vertrag müßte ich alle meine Inhalte durchgehen und mit einem Alterslabel versehen. Dafür habe ich keine Zeit und es wäre auch nicht produktiv. […] Wenn ich das nicht mache, öffne ich mich einem beträchtlichen finanziellen Risiko durch Abmahnungen und das will ich nicht tragen.
</p>
</blockquote>

<p>
<i>fxneumann</i> sieht hier eine <a href="http://fxneumann.de/2010/11/30/klagen-statt-sperren/"><q cite="http://fxneumann.de/2010/11/30/klagen-statt-sperren/">fatalistische Trotzreaktion</q></a>, doch das ist es ausdrücklich <em>nicht</em>: Per Mail erklärte mir <i>isotopp</i>, dass er sich erstens anwaltlich beraten ließ und zweitens <a href="http://www.pop64.de/blog/2010/11/17/jmstv-mit-minimalen-einsatz-von-zeit-und-geld-maximale-rechtssicherheit/">maximale Rechtssicherheit bei minimalem Einsatz von Mitteln</a> anstrebe, es bliebe so schlicht keine andere Möglichkeit. Vordergründig ist es verständlich, dass er Besseres zu tun hat, als sich und seine Familie einem unkalkulierbaren Risiko auszusetzen und daher die <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Innere_Emigration">sichere Möglichkeit</a> wählt.
</p>

<p>
Nichtsdestotrotz halte ich es für <em>grundfalsch</em>, ein jahrelang gewachsenes, öffentliches Archiv effektiv zu vernichten. Schon auf formaler Ebene werden dadurch unzählige Relationen gekappt — so <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/w/index.php?title=Spezial:Suche&#038;search=kris+k%C3%B6hntopp">verlinkt</a> etwa Wikipedia mehrmals <i>isotopp</i>s Blog und auch bei der <em>soeben erst erschienenen</em> <a href="http://wir.muessenreden.de/2010/12/01/wmr15-maschinenpistolen-furs-web-3-0/">Folge 15</a> von <i>Wir müssen reden</i> bezieht man sich auf einen mittlerweile depublizierten Artikel. Beim <abbr title="World Wide Web Consortium">W3C</abbr> bemerkt man hierzu normativ: <a href="http://www.w3.org/Provider/Style/URI"><q>Cool <abbr title="Uniform Resource Identifier">URI</abbr>s don&#8217;t change.</q></a>
</p>

<p>
Den Inhalt betreffend: Schon beim mittlerweile wieder aufgelegten <i>mspro</i>-Projekt <a href="http://www.ctrl-verlust.net/"><i>crtl-verlust</i></a> bedauerte ich die <a href="http://mspr0.de/?p=1468">initiale Löschung</a>; <i>isotopp</i> schrieb jedoch häufiger und ist zudem etwa bereits so lange online aktiv, wie ich alt bin — seit nunmehr 23 Jahren. Sein depubliziertes Blog existierte wohl seit 2003; ich kann nicht einmal annähernd abschätzen, was in der Zwischenzeit alles veröffentlicht wurde. Da mit den Artikeln auch die Kommentare unzugänglich gemacht wurden, sind weiterhin ganze Diskurse verloren.
</p>

<p>
Intuitiv sehe ich diesen Akt als <em>kulturelles Vergehen</em>, ähnlich der Verpixelung bei <i>Google Street View</i> oder dem Depublizieren der Öffentlich-Rechtlichen: Gleichermaßen werden in allen Fällen bereits produzierte, interessante Inhalte zurückgehalten, um arkane Befindlichkeiten Dritter nicht zu stören. Dass es in diesem Fall der Autor selbst ist, der diesen Schritt ausgeführt hat, kann vernachlässigt werden — letztendlich kommen Nutzer nicht mehr an die gewünschten Informationen; dass dies nicht nur in Kauf genommen, sondern genau so beabsichtigt ist, lässt sich aus <i>isotopp</i>s Entscheidung ableiten, die Inhalte <a href="https://twitter.com/isotopp/status/9692939848519680"><em>nicht</em> frei lizenziert</a> anzubieten.
</p>

<p>
Doch nicht alle, die mit dem Depublizieren einen <i>Selbstmord aus Angst vor dem Tod</i> befürworten, agieren aus Feigheit ob der abstrakten Bedrohung. <i>Felicea</i> etwa sieht <a href="https://twitter.com/felicea/status/9729610224762880">Depublizieren als Taktik</a>, <i>denen</i> zu <q cite="https://twitter.com/felicea/status/9729610224762880">zeigen wie das Internet mit JmStV aussieht</q>; Linus Neumann positioniert sich zwar <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/wider-das-grose-blogschliesen-wegen-des-jmstv/">gegen das Schließen von Blogs</a>, schlägt dann aber vor, <q cite="http://www.netzpolitik.org/2010/wider-das-grose-blogschliesen-wegen-des-jmstv/">wichtige (Bildungs-)Ressourcen nur Erwachsenen und nur zu nachtschlafenden Zeiten zugänglich zu machen</q>. Gemein ist diesen Vorschlägen die Überschätzung der eigenen Relevanz für Entscheidungsträger.
</p>

<p>
Unabhängig von der Rechtfertigung: Wer die eigenen Inhalte nun beseitigt, begeht <em>Sabotage am Netz</em> und spielt so den in Staatskanzleien, Ministerien und Landtagen sitzenden Internetfeinden in die Hände; umgekehrt lässt sich wohl schließen, dass den Betreffenden wenig an den durch sie geschaffenenen Teilen der Netzkultur liegt. Wer befürwortet, sich auf diese Weise zurückzuziehen, überlässt die Öffentlichkeit wohl gerne den Arschlöchern.
</p>

<h3>Linkliste zum Thema</h3>
<ul>
    <li><a href="http://www.netzpolitik.org/tag/jmstv/">Beiträge zum politischen Prozess bei <i>netzpolitik.org</i></a></li>
    <li><a href="https://www.fsm.de/de/jmstv-2011"><i>JMStV-2011: Häufig gestellt Fragen</i></a> bei der <abbr title="Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter">FSM</abbr></li>
    <li><a href="http://t3n.de/news/neuer-jmstv-286977/"><i>Lesepflicht für alle: 17 Fragen zum neuen JMStV</i></a> bei <i>t3n</i></li>
    <li><a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/12/01/warum-blogger-gelassen-bleiben-konnen/"><i>Blogger können leidlich gelassen bleiben</i></a> beim <i>law blog</i> (danke, <i>plomlomlom</i>)</li>
    <li><a href="http://www.malte-welding.com/2010/11/30/jugendmedienschutz-ist-furs-arsch/"><i>
Jugendmedienschutz ist für’s Arsch</i></a> bei Malte Welding</li>
</ul>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Jugendmedienstaatsverbot</title>
		<link>http://blog.dieweltistgarnichtso.net/jugendmedienstaatsverbot</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 06:22:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[erlehmann]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[krautchan]]></category>
		<category><![CDATA[netzsperren]]></category>
		<category><![CDATA[zensur]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerade hat der Bundespräsident das Netzsperren-Gesetz dann doch noch unterzeichnet, da wird bereits schon ausgeholt für die nächsten Schlag gegen das freie Internet: Mit dem geplanten Jugendmedienstaatsvertrag (Entwurf) stehen Maßnahmen wie umfassende Internetsperren, Alterskennzeichnung von Webseiten und Sendezeiten im Internet &#8230; <a href="http://blog.dieweltistgarnichtso.net/jugendmedienstaatsverbot">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>
Gerade hat der Bundespräsident das Netzsperren-Gesetz dann doch noch <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundespraesident-unterzeichnet-Websperren-Gesetz-933180.html">unterzeichnet</a>, da wird bereits schon ausgeholt für die nächsten Schlag gegen das freie Internet: Mit dem <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/jugendmedienschutz-internetfilter-durch-die-hintertuer/">geplanten Jugendmedienstaatsvertrag</a> (<a href="http://blog.odem.org/2010/01/12/Arbeitsentwurf-JMStV--Stand-2009-12-07.pdf">Entwurf</a>) stehen Maßnahmen wie <em>umfassende Internetsperren</em>, <em>Alterskennzeichnung von Webseiten</em> und <em>Sendezeiten im Internet</em> auf der Agenda. Genaueres findet man <a href="http://ak-zensur.de/2010/01/jmstv-stellungnahme.html">beim <abbr title="">AK Zensur</abbr></a>, Peter Kröner <a href="http://www.peterkroener.de/webworker-gegen-zensursula-2-0-und-kindernet/">fasst die Implikationen zusammen</a>:
</p>

<blockquote>
<ul>
<li>Es wird eine Art <mark>Deutschland-Intranet plus X</mark> erschaffen — für ein paar kommerzielle große Websites aus dem Ausland wird es sich sicher lohnen, den <abbr title="Jugendmedienstaatsvertrag">JMStV</abbr> zu befolgen, für euer liebstes […] Blog aus Übersee sicher nicht. Dieses wird dann also einfach geblockt und das war‘s. Ein ähnliches Schicksal könnte viele Websites und Dienste ereilen: Github, Microformats.org, der HTML5-Entwurf der WHATWG, sonstige wichtige Open-Source-Projekte [würden geblockt].</li>

<li>Der geneigte […] Blogger wird verpflichtet, seine <mark>Kommentare <q>zeitnah</q> auf Unbedenklichkeit […] zu prüfen</mark>. Weder weiß man, was <q>zeitnah</q> ist, noch dürften […] die meisten von uns juristisch genug geschult sein, um das zu beurteilen.</li>
<li>Wenn an allen Ecken und Enden Zäune und Schranken aufgestellt werden, wird es zunehmend <mark>unmöglich, in offenen Prozessen via Internet gemeinsam Wissen zu erarbeiten</mark> oder auch nur seine Euros zu verdienen — selbst wenn hierbei alle beteiligten Personen über 18 sein sollten, wenn etwas gesperrt oder erst ab 22 Uhr zugänglich ist, ist das nicht zu ändern.</li>
</ul>
</blockquote>

<p>
Gerrit van Aaken <a href="http://praegnanz.de/weblog/jugendmedienschutz-staatsvertrag-jmstv-bedroht-das-freie-internet">prognostiziert</a> hierzu treffend: <q>Der nächste Schritt in diesem Wahnsinn wäre höchstwahrscheinlich ein Genehmigungsverfahren, bei dem man Sendelizenzen für das Internet erwerben kann.</q>
</p>

<p>
Als welche moralische Instanz sich die entsprechenden Stellen positionieren, ist anhand des <a href="http://www.kjm-online.de/files/pdf1/Dritter_Bericht.pdf"><i>dritten Berichts der <abbr title="Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten">KJM</abbr> über die Durchführung der Bestimmungen
des JMStV</i></a> erkenntlich: Im Bericht werden u.A. <q>pornografische[n] Abbildungen</q> mit <q>außergewöhnliche[n] und bizarre sexuelle[n] Praktiken […]</q> (Seite 41) als Teilgebiet des bisherigen Engagements genannt; weiterhin als „Problemfelder“ charakterisiert werden Rapmusik (Seite 35) und netzwerkbasierte Computerspiele (Seite 43f), wobei hier insbesondere <i>user generated content</i> als Gefahr eingestuft wird (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spore_%28Computerspiel%29">Spore</a> lässt <a href="http://www.cad-comic.com/cad/20080627">grüßen</a>). Besonders im Hinblick auf die neuen Vorschriften zur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jugendpornografie">Jugendpornografie</a> bedeutsam erscheint:
</p>

<blockquote cite="http://www.kjm-online.de/files/pdf1/Dritter_Bericht.pdf">
<p>
Auch Jugendliche selbst stellen über die vielfältigen technischen Möglichkeiten – die immer einfacher zu handhaben sind und immer günstiger zur Verfügung stehen – Inhalte ins Netz, die nicht unbedingt den gesetzlichen Jugendschutzbestimmungen entsprechen.
</p></blockquote>

<p>
Selbst gibt man zu (Abschnitt B.10.1, Seite 41):
</p>

<blockquote cite="http://www.kjm-online.de/files/pdf1/Dritter_Bericht.pdf">
<p>
Die KJM hatte sich bereits im Jahr 2003 mit dem Thema befasst und Sperrungsverfügungen gegen Access-Provider von Anfang an als mögliche <i>ultima ratio</i>-Maßnahme angesehen.
</p>
</blockquote>

<p>
Noch deutlicher wird nur an einer Stelle, mit welcher Ideologie wir es hier zu tun haben: Kapitel C.2 (Seite 55) ist überschrieben mit <em><q>Das Internet darf kein <a href="http://kontextschmiede.de/von-der-wachsenden-relevanz-rechtsfreier-raume/">rechtsfreier Raum</a> sein</q></em>.
</p>

<p>
Wie es um existierende Jugendmedien nach dem Beschluss eines derartigen Staatsvertrages bestellt sein könnte, lässt sich übrigens erahnen: Die <a href="http://www.google.com/search?q=b+random">Google-Suche nach „b random“</a> brachte bis vor einiger Zeit keinen Link auf <i>4chan /b/</i>, weil die entsprechende Seite auf einer Zensurliste stand (siehe mein <a href="http://blog.dieweltistgarnichtso.net/interview-moot-of-4chan-part-1">Interview mit <i>moot</i></a>). Und auch bei der <a href="http://www.google.de/search?q=bernd+krautchan">Suche nach „bernd krautchan“</a> werden aktuell mehrere Suchergebnisse zensiert — <a href="http://www.chillingeffects.org/notice.cgi?sID=815">dank deutscher Behörden</a> (Krautchan selber taucht <a href="http://krautchan.net/robots.txt">auf Wunsch der Betreiber</a> nicht auf).
</p>

<p>
<strong>
Ein Portal mit umfangreichen Informationen zum Engagement gegen dieses Gesetzesvorhaben gibt es <a href="http://wiki.piratenpartei.de/JMStV">im Wiki der Piratenpartei</a>.
</strong>
</p>]]></content:encoded>
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