<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Die Welt ist gar nicht so. &#187; berlin</title>
	<atom:link href="http://blog.dieweltistgarnichtso.net/tag/berlin/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://blog.dieweltistgarnichtso.net</link>
	<description>Sie ist ganz anders.</description>
	<lastBuildDate>Mon, 23 Sep 2013 15:41:20 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
		<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
		<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=4.0.35</generator>
	<item>
		<title>Szenario 2020 — Das mobile Internet</title>
		<link>http://blog.dieweltistgarnichtso.net/szenario-2020-%e2%80%94-das-mobile-internet</link>
		<comments>http://blog.dieweltistgarnichtso.net/szenario-2020-%e2%80%94-das-mobile-internet#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2009 09:02:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[erlehmann]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Fiktion]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Originärer Inhalt]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[2020]]></category>
		<category><![CDATA[berlin]]></category>
		<category><![CDATA[freifunk]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[vision]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.dieweltistgarnichtso.net/?p=626</guid>
		<description><![CDATA[Wo ist das nochmal ? Per Jabber sende ich Tina den Wegpunkt, zusammen mit dem Link zur Veranstaltung: „Holofilmproduktion“ lautet der Titel des Seminars, für das wir uns per Webform angemeldet haben. Dann trage ich sie auf die Whitelist derer &#8230; <a href="http://blog.dieweltistgarnichtso.net/szenario-2020-%e2%80%94-das-mobile-internet">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>
<q>Wo ist das nochmal ?</q> Per <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jabber">Jabber</a> sende ich Tina den Wegpunkt, zusammen mit dem Link zur Veranstaltung: „Holofilmproduktion“ lautet der Titel des Seminars, für das wir uns per Webform angemeldet haben. Dann trage ich sie auf die Whitelist derer ein, die meinen <a href="http://blog.pierlux.com/2009/01/22/empathy-where-are-you/en/">aktuellen Aufenthaltsort</a> einsehen können, zeitlich befristet für die nächsten vier Stunden. Sie tut Ähnliches, schließlich chatten wir noch ein paar Minuten, bevor ich meine <abbr title="Wohngemeinschaft">WG</abbr> in Friedrichshain verlasse.
</p>
<p>
Bezahlen muss keiner von uns beiden für den Traffic — das <a href="http://berlin.freifunk.net/">berliner Mesh-Net</a> leitet die Datenpakete überall dorthin weiter, wo Router sind. Seit schwedische Hacker 2013 die Software als Erweiterung für die mobile Mozilla-Variante <a href="https://wiki.mozilla.org/Fennec">Fennec</a> präsentierten, läuft das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/B.A.T.M.A.N.">notwendige Programm</a> auf jedem halbwegs neuen Handy, durch die hohe Bevölkerungsdichte umfasst die <i>Wolke</i> nahezu den ganzen Bereich innerhalb des Rings.
</p>
<p>
Was nicht auf diesem Weg vermittelt werden kann, wird verschlüsselt über Knoten mit Internetanbindung geroutet. Gut, so schnell wie eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/WiBro">direkte Funkanbindung</a> bei einem kommerziellen Anbieter ist das Ganze kaum — aber für Chats, Web und kurze Multimedia-Clips reicht es. Und ganz nebenbei umgeht man mit diesem System die <a href="http://www.heise.de/suche/?q=internet+sperren&#038;rm=search">überall eingesetzten Netzfilter</a>, die sämtliche Inhalte auf Pornografie, Urheberrechtsverletzungen und unerlaubte Werbung überprüfen. Fast jeder kennt einen, den es <i>erwischt</i> hat — und als vor Kurzem sogar im Senat Rechner mit illegalem Inhalt entdeckt wurden, erklärte man die Karriere der verantwortlichen CDU-Politikerin kurzerhand für beendet.
</p>
<p>
In der S-Bahn lese ich die Feeds, die sich in den letzten Stunden angestaut haben — <a href="http://blog.fefe.de">Fefe</a> verlinkt ein <i>Blip</i> einer Polizeidrohne, nach dem bei einer Demo in Bayern zwei Leute durch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elektroschockpistole">Taser</a> starben, verschiedene kleinere Blogs berichten ebenfalls. In etwa einer Stunde wird das Thema die Tagesschau füllen, schätze ich. Ansonsten nicht viel Erwähnenswertes: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sascha_Lobo">Lobo</a> von der <abbr title="Sozialdemokratische Partei Deutschlands">SPD</abbr> überlegt öffentlich, aus der Bundespolitik auf <abbr title="Europäische Union">EU</abbr>-Ebene zu wechseln, auf <a href="http://zip.4chan.org/tv/imgboard.html">4chan /tv/</a> erfahre ich von einer neuen Scifi-Serie aus China; per <abbr title="Secure Shell">SSH</abbr> starte ich den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/BitTorrent_(Protokoll)">ByteTorrent-Client</a> auf meinem Rootserver.
</p>
<p>
Am Alexanderplatz steigt eine Gruppe jugendlicher <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Emo#Emo_und_Mode">Emos</a> zu. Alle haben sie einen dieser unverwechselbaren Buttons auf der Brust, die schon meine sechsjährige Nichte als <i>iPhone Nano</i> identifizieren könnte. Nachdem sie sich im Raum verteilen, geht das Surround-Konzert los, natürlich absichtlich übertrieben laut. Genervt greife ich nach meinem Fon; nach ein paar Tastendrücken ist Ruhe — immer noch beherrschen viele Geräte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wireless_USB">Wireless USB</a> nur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ping_of_Death">unzureichend</a>. Bis die verwirrten Kids begreifen, was passiert ist und jeder von ihnen sich bemüht, den winzigen Reset-Knopf auf der Rückseite zu drücken, bin ich schon längst wieder draußen.
</p>
<p>
Während ich in die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oranienburger_Stra%C3%9Fe">O&#8217;burger</a> einbiege, schaue ich kurz nach Tina: Klar, sie verspätet sich, <a href="http://www.openstreetmap.de/">OSM</a> zeigt ihr Icon noch etwa 1,5 Kilometer, ganze 12 Minuten entfernt. Genügend Zeit also für einen Döner, den ich <a href="http://www.geeksaresexy.net/2008/04/17/virtual-cash-connections/">drahtlos bezahle</a>, mit 35 GoogleCredits.
</p>
<p>
Die gesamte Vision gibt es natürlich auch als <a href="http://blog.dieweltistgarnichtso.net/uploads/szenario%202020%20-%20das%20mobile%20internet.txt">Textdatei</a> (3000 Zeichen, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zeilenumbruch#Programmierung:_Codierung_mit_CR_und_LF">Unix-Zeilenumbrüche</a>). Und wer sich wundert, warum ich auf einmal unter die Literaten gehe, klicke bitte <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/shiftlog/werden-sie-republica-reporter-und-gewinnen-ein-t-mobile-g1">hier</a>.
</p>
<ins datetime="2009-04-04T21:11:57+00:00">
<p>
Ich habe <em>natürlich</em> gewonnen und laufe jetzt seit einigen Tagen mit einem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/HTC_Dream">T-Mobile G1</a> herum, auf dem ich auch bald Debian installieren werde — die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Android_(Plattform)">Android-Software</a> hat nämlich merkwürdige Kinderkrankheiten (und ich zur Zeit keine <i>root</i>-Rechte auf meinem eigenen Gerät). Meine Beiträge aus dem <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/shiftlog/">Shiftlog</a> übertrage ich dann in den nächsten Tagen hierhin, sobald ich mal wieder Langeweile habe.
</p>
</ins>
<ins datetime="2012-10-22T14:31:06+00:00">
<p>
<a href="http://schneeschmelze.wordpress.com/2012/07/13/des-freitags-neue-kleider/">Der Freitag hat alte Beiträge depubliziert.</a>
</p>
</ins>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.dieweltistgarnichtso.net/szenario-2020-%e2%80%94-das-mobile-internet/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>WLAN für Berlin: Bald Start des Pilotprojekts</title>
		<link>http://blog.dieweltistgarnichtso.net/wlan-fur-berlin-bald-start-des-pilotprojekts</link>
		<comments>http://blog.dieweltistgarnichtso.net/wlan-fur-berlin-bald-start-des-pilotprojekts#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Mar 2009 01:04:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[erlehmann]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[berlin]]></category>
		<category><![CDATA[stefanziller]]></category>
		<category><![CDATA[wlan]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.dieweltistgarnichtso.net/?p=518</guid>
		<description><![CDATA[Heute Gestern morgen habe ich mir nach einem Hinweis des Abgeordneten Stefan Ziller ins preußische Parlament Berliner Abgeordnetenhaus begeben, um mir die 32. Sitzung des Ausschusses für Verwaltungsreform, Kommunikations- und Informationstechnik anzuschauen — das Thema „WLAN für Berlin“ stand auf &#8230; <a href="http://blog.dieweltistgarnichtso.net/wlan-fur-berlin-bald-start-des-pilotprojekts">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>
<del datetime="2009-03-13T01:04:34+00:00">Heute</del> <ins datetime="2009-03-13T01:04:34+00:00">Gestern</ins> morgen habe ich mir nach einem <a href="http://www.stefan-ziller.de/2009/freies-wlan-fuer-berlin-noch-viele-fragen-offen/">Hinweis</a> des Abgeordneten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Ziller">Stefan Ziller</a> ins <del>preußische Parlament</del> <ins><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Abgeordnetenhaus">Berliner Abgeordnetenhaus</a></ins> begeben, um mir die 32. Sitzung des Ausschusses für Verwaltungsreform, Kommunikations- und Informationstechnik anzuschauen — das Thema „<abbr title="Wireless Local Area Network">WLAN</abbr> für Berlin“ stand auf der auf der <a href="http://www.parlament-berlin.de/ados/16/VerwRefKIT/einladung/vrk16-32-e.pdf">Tagesordnung</a>. Nun also die Fakten:
</p>
<ul>
<li>Der Senat wird kein Funknetz betreiben, sondern die Errichtung eines Netzes unterstützen. Man will hierzu hauptsächlich mit <q>zertifizierten Netzbetreibern</q> zusammenarbeiten und ist aktuell mit zwei Unternehmen im Gespräch.</li>
<li>Dieses Netz soll — das wurde mehrmals erwähnt — aus <i>kommunizierenden Hotspots</i> bestehen, also ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ad-hoc-Netz">Mesh-Netzwerk</a> sein.</li>
<li>Der Basisdienst wird vermutlich bestimmten Beschränkungen in (Bezug auf Geschwindigkeit, Zeit oder verfügbare Dienste / Ports) unterliegen.</li>
<li>Zielgruppe sollen nicht nur Touristen sein, sondern <em>alle</em>. Man erkennt die Bedeutung von Funknetzen für die berliner Kreativwirtschaft an (siehe auch den <a href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-kultur/towinternet/kuwi_bericht_2008_100.pdf">Kulturwirtschaftsbericht Berlin 2008</a>, Abschnitt 5.6)</li>
<li>Die Einrichtungskosten sollen sich in der <q>100.000€-Größenordnung</q> befinden. Über Kosten für die Nutzer ist noch nichts bekannt.</li>
<li>Der Zeitplan für das Pilotprojekt sieht vor, dass dieses <q><abbr title="as soon as possible">ASAP</abbr></q> startet, angepeilt wird ein Beginn in zwei Wochen. Das Testnetz soll dann <q>drei Monate plus X</q> betrieben werden, um weitere Erkenntnisse zu erlangen.</li>
</ul>
<p>
Die Frage Zillers, inwiefern Berlin sich auf Bundesebene für Rechtssicherheit beim Öffnen privater Funknetze (Stichwort <a href="http://www.heise.de/suche/?q=St%C3%B6rerhaftung+WLAN&#038;search_submit=Suchen&#038;rm=search">Störerhaftung</a>) einsetzt, wurde nicht positiv beantwortet — offenbar hält man es im Senat nicht für notwendig, derartige Handlungsmöglichkeiten zu prüfen. <a href="http://www.stefan-ziller.de/2009/freies-wlan-im-ausschuss-noch-alles-offen/">In seinem Blog</a> zeigt sich er folglich unzufrieden damit; <q>Denn es ist schon paradox einerseits BürgerInnen quasi zu verpflichten ihre WLan-Netze dicht zu machen, aber anderseits ein freies WLan aufzubauen.</q>.
</p>
<p>
Was die Einbeziehung der Freifunk-Community angeht: Gespräche wurden offenbar vor einiger Zeit bereits geführt — welches Ausmaß diese erreichten, konnte ich allerdings nicht in Erfahrung bringen; <a href="https://cven.crew.c-base.org/">cven</a> meinte jedoch, er wolle den Kontakt wieder auffrischen. Inwiefern man sich mit anderen Stadtverwaltungen kurzgeschlossen hat, wurde nicht erörtert.
</p>
<p>Fun fact: Die Federführung liegt in der Wirtschaftsverwaltung, genauer gesagt im Bereich für „Wirtschaft, Technologie und Frauen“ — auf der Visitenkarte des Verantwortlichen steht allen Ernstes „<abbr title="What The Fuck">WTF</abbr>“.
</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.dieweltistgarnichtso.net/wlan-fur-berlin-bald-start-des-pilotprojekts/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Berliner Stadtmusikanten</title>
		<link>http://blog.dieweltistgarnichtso.net/die-berliner-stadtmusikanten</link>
		<comments>http://blog.dieweltistgarnichtso.net/die-berliner-stadtmusikanten#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Jul 2008 18:27:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Linkschleuder]]></category>
		<category><![CDATA[Misantropie als Bewältigungsstrategie]]></category>
		<category><![CDATA[Nihilismus-Reliquien erster Klasse]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[berlin]]></category>
		<category><![CDATA[bohème]]></category>
		<category><![CDATA[buch]]></category>
		<category><![CDATA[zia]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.dieweltistgarnichtso.net/?p=37</guid>
		<description><![CDATA[Etwas besseres als die Festanstellung finden wir allemal ! prangt in roten Lettern auf der Rückseite des Covers der diesen Monat erschienenen Taschenbuchausgabe von Wir nennen es Arbeit (8,95€; Heyne), und noch vor dem Vorwort wird mit einem Brecht-Zitat nachgetreten: &#8230; <a href="http://blog.dieweltistgarnichtso.net/die-berliner-stadtmusikanten">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>
<q>Etwas besseres als die Festanstellung finden wir allemal !</q> prangt in roten Lettern auf der Rückseite des Covers der diesen Monat erschienenen Taschenbuchausgabe von <em><a href="urn:isbn:978-3-453-60056-0">Wir nennen es Arbeit</a></em> (8,95€; <a href="http://www.randomhouse.de/heyne/">Heyne</a>), und noch vor dem Vorwort wird mit einem Brecht-Zitat nachgetreten: <q>Was ist die <em>Ermordung</em> eines Mannes gegen die <em>Anstellung</em> eines Mannes ?</q> Nachdem mir <em>Rainer der Genfuchs</em> bei einer nächtlichen Unterredung nahegelegt hatte, das Buch doch einmal zu lesen &#8211; es würde meinem Lebensentwurf und insbesondere dem, was ich in Berlin zu finden versuche, ganz gut entsprechen &#8211; bestellte ich es letzten Donnerstag (sicherlich auch, weil ich den Namen Sascha Lobo schon einmal bei <a href="http://www.spreeblick.com/2008/04/01/neuer-spreeblick-autor-sascha-lobo/">Spreeblick</a> und <a href="http://riesenmaschine.de">anderswo</a> gelesen hatte). Um es vorab zu sagen: Ich bin <em>verzückt</em> von diesem Sammelsurium wunderbarer Geschichten aus der Welt der <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Digitale_Boheme#Digitale_Boh.C3.A8me">vernetzten Einzelkämpfer</a>; und das, obwohl mir weite Teile bereits <a href="http://netzpolitik.org">aus</a> <a href="http://heise.de">den</a> <a href="http://slashdot.org">Massenmedien</a> bekannt waren: Die Agenten der <a href="http://www.zentrale-intelligenz-agentur.de/">Zentralen Intelligenz Agentur</a> haben ganze Arbeit geleistet.
</p><p>
Doch worum geht es überhaupt ? Wie bereits angedeutet, behandelt das Buch verschiedene netzaffine Subkulturen, deren Lebensansätze vor allem zwei Dinge gemein haben: Erstens handelt es sich um Freiberufler, zweitens wären die von ihnen besetzten Nischen im wirtschaftlich-kulturellen Komplex ohne das Internet nicht entstanden (bzw. nicht in einem nennenswerten Maß nutzbar). Darüber hinaus lassen sich wenige Gemeinsamkeiten ausmachen &#8211; Journalisten, Programmierer, Künstler (im weitesten Sinne), Blogger, Ebay-Powerseller und sicherlich auch einige Progamer sind vertreten in dem, was die Autoren raffiniert als <em>digitale Bohème</em> bezeichnen, und deren Phänomenologie die Autoren sich anschicken in elf Kapiteln &#8211; jeweils zwischen 20 und 30 Seiten lang &#8211; zu ergründen. Glaubt man dem Vorwort, so hatten sie dabei nicht nur Schwierigkeiten, ihr Manuskript überhaupt produziert zu haben (14 Verlage lehnten es ab), ja sie <q>selbst hätten am wenigsten damit gerechnet</q>, dass es überhaupt irgendwo an- oder ein-schlägt &#8211; heute, nach <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Web_2.0">einigen</a> <a href="http://secondlife.com">Hypes</a> <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Generation_Praktikum">mehr</a> leuchtet jedoch ein, wie derart präzise sie da einen Nerv getroffen haben, der ihre Nachricht direkt in die Feuilletons der <a href="http://www.faz.net/s/homepage.html">Totbaum</a>-<a href="http://www.sueddeutsche.de/">Medien</a> weitervermittelte.
</p>

<p>
Passend zum Thema beschäftigt sich das erste Kapitel mit dem Begriff (hier: <em>Prinzip</em>) der Bohème: Von den Anfängen dieser 1830 in Paris entstandenen dritten Klasse (neben <a href="">Bourgeouisie</a> und <a href="">Proletariat</a>)  bis zu den von <a href="http://www.mercedes-bunz.de">Mercedes Bunz</a> propagierten <em><a href="http://www.mercedes-bunz.de/texte/urbaner-penner">urbanen Pennern</a></em> wird da so einiges behandelt, der Schwerpunkt liegt jedoch weniger auf trockener Historie, sondern vielmehr auf dem mit Zugehörigkeit zur <em>kreativen Klasse</em> verbundenen Lebensgefühl und den wirtschaftlichen Auswüchsen desselben. Gewissermaßen als Schock wird sich dann in Kapitel zwei (Titel: <em>Der unflexible Mensch</em>) mit der Situation <em>abhängig Beschäftigter</em> (d.h. den Angestellten) und bedrückenden (lies: <em>unterdrückenden</em>) Konzepten beschäftigt, die Konzernhierarchien innewohnen; am bekanntesten ist hier wohl das <a href="">Bullshit-Prinzip</a>, doch bereits der schlichte Zwang zur stundenplan- (und nicht unbedingt ziel-)orientierten Arbeit unterscheide die Festanstellung vom <em>selbst-bestimmten Arbeiten</em> in fundamentaler Weise &#8211; für mich durchaus nachvollziehbar, wache ich doch lieber ohne Wecker auf.
</p>

<p>
Kapitel drei behandelt laut Überschrift <em>die Währung Respekt</em>, handelt allerdings eher von Aufmerksamkeit, und führt damit hauptsächlich auf Felder, in denen das Ausmaß medialer Rezeption bestimmend und somit von elementarem Interesse ist: Auf der <em><a href="http://spex.de/">Spex</a></em> wird ebenso herumgehackt wie auf <em>Big-Brother</em>-Jürgen, <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Ecko">Marc Ecko</a> hingegen wird gelobt. Am Ende kommt man zu sprechen auf das <em>neue Vitamin B</em> &#8211; Beziehungsnetzwerke, die weniger durch familiären Filz als vielmehr durch Freundschaften mit nicht unbedingt geschäftlichem Charakter gekennzeichnet sind &#8211; und erwähnt ganz nebenbei, dass es Leute gibt, die auf <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Xing_(Online-Community)">Xing</a> (Myspace für <a href="http://www.a-team-coach.de/PK3.jpg">Vizerektoren</a>) <q>allen Ernstes [sic !] <em>über neuntausend</em> bestätigte Kontakte aufweisen</q>.
</p>

<p>
Im folgenden Kapitel geht es dann um den konkreten Gegenentwurf zum Angestelltendasein: <em>Work in Projects</em> lautet das Credo jener, die &#8211; ganz nach <a href="">Al Bundy</a> &#8211; darauf hoffen, Geld mit dem verdienen zu können, was Ihnen mittelfristig Spaß macht (ja, an dich denke ich, Antonia). Armut, Zukunftsangst und die Notwendigkeit eines minimalen Auskommens &#8211; die Autoren sprechen hier von <em>Brotjobs</em> &#8211; als Kehrseiten der Do-it-yourself-Medaille … <strong>ach scheiß drauf !</strong> Ich bin grad im <em>St. Oberholz</em> angekommen und hier sind <em>mindestens hundert</em> Leute mit Macs ! (Den nachfolgenden Text habe ich bereits vorher verfasst.)
</p>

<p>
Als Mangel empfinde ich die stellenweise fehlende Tiefe &#8211; zweifellos der umfangreichen Materie geschuldet, stört es mich doch sehr, wenn z.B. <a href="http://www.fon.com/de/">Fon</a> und <a href="http://start.freifunk.net/">Freifunk</a> erwähnt werden, der fundamentale Unterschied &#8211; Kontrolle der Nutzer über die Infrastruktur &#8211; jedoch ungenannt bleibt. Auch ließe sich wohl in manch ausschweifenden Textpassagen mehr Inhalt unterbringen: So wird das Prinzip von <em><a href="http://creativecommons.org">Creative Commons</a></em> gleich mehrfach erwähnt, eine kurze Erklärung der Lizenzoptionen fehlt allerdings. Ansonsten stören neben (zu) oft auftauchenden <a href="http://www.apple.com/de/">Mac</a>-Vergleichen (unmarkierter <a href="http://adnation.de">Adnation</a>-Content ?) nur die gelegentlich eingestreuten Rechtschreibfehler (<a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Toni_Mahoni">Toni Mahoni</a> auf <strong>spreeblic.com</strong> ? Das hätte doch spätestens beim <em>unit test</em> auffallen müssen !).
</p>

<p>
Subjektives Fazit: <em>Wir nennen es Arbeit</em> ist Zustandsbeschreibung, Analyse und Manifest zugleich &#8211; man möge mir verzeihen, wenn ich es zu einem gewissen Grad auch als <em>Anleitung</em> verstehe, schließlich bin ich jung, bereits der Kultur wegen in die <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Berlin">Hauptstadt der Vollbeschäftigung</a> gezogen (Kapitel 6), verabscheue <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/On_Bullshit">Bullshit</a> (Kapitel 2), <a href="http://dieweltistgarnichtso.net/">blogge</a> (Kapitel 8) und träume von einer postindustriellen, individualisierten und egalitären Gesellschaft (Kapitel 11), in der man Geld mit dem verdienen kann, was einem Spaß macht (Kapitel 3). Vom erwähnten Cafe <em>St. Oberholz</em> werde ich daher gleich weiterziehen, zum heutigen Berliner <a href="http://www.webmontag.de/doku.php?id=berlin">Web-Montag</a>.
</p>

<p>
<strong>Update:</strong> Auf die von mir emfundenen Mängel angesprochen meinte Lobo, das sich das Buch nicht an Menschen wie mich richte; eher sollen die Kreativen es ihren Eltern in die Hand geben, auf dass die endlich den Eindruck loswerden, ihr Spross würde ausschließlich faulenzen.
</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.dieweltistgarnichtso.net/die-berliner-stadtmusikanten/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
