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	<title>Die Welt ist gar nicht so. &#187; köhler</title>
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	<description>Sie ist ganz anders.</description>
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		<title>Jugendmedienstaatsverbot</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 06:22:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[erlehmann]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[4chan]]></category>
		<category><![CDATA[jmstv]]></category>
		<category><![CDATA[köhler]]></category>
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		<category><![CDATA[netzsperren]]></category>
		<category><![CDATA[zensur]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerade hat der Bundespräsident das Netzsperren-Gesetz dann doch noch unterzeichnet, da wird bereits schon ausgeholt für die nächsten Schlag gegen das freie Internet: Mit dem geplanten Jugendmedienstaatsvertrag (Entwurf) stehen Maßnahmen wie umfassende Internetsperren, Alterskennzeichnung von Webseiten und Sendezeiten im Internet &#8230; <a href="http://blog.dieweltistgarnichtso.net/jugendmedienstaatsverbot">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>
Gerade hat der Bundespräsident das Netzsperren-Gesetz dann doch noch <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundespraesident-unterzeichnet-Websperren-Gesetz-933180.html">unterzeichnet</a>, da wird bereits schon ausgeholt für die nächsten Schlag gegen das freie Internet: Mit dem <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/jugendmedienschutz-internetfilter-durch-die-hintertuer/">geplanten Jugendmedienstaatsvertrag</a> (<a href="http://blog.odem.org/2010/01/12/Arbeitsentwurf-JMStV--Stand-2009-12-07.pdf">Entwurf</a>) stehen Maßnahmen wie <em>umfassende Internetsperren</em>, <em>Alterskennzeichnung von Webseiten</em> und <em>Sendezeiten im Internet</em> auf der Agenda. Genaueres findet man <a href="http://ak-zensur.de/2010/01/jmstv-stellungnahme.html">beim <abbr title="">AK Zensur</abbr></a>, Peter Kröner <a href="http://www.peterkroener.de/webworker-gegen-zensursula-2-0-und-kindernet/">fasst die Implikationen zusammen</a>:
</p>

<blockquote>
<ul>
<li>Es wird eine Art <mark>Deutschland-Intranet plus X</mark> erschaffen — für ein paar kommerzielle große Websites aus dem Ausland wird es sich sicher lohnen, den <abbr title="Jugendmedienstaatsvertrag">JMStV</abbr> zu befolgen, für euer liebstes […] Blog aus Übersee sicher nicht. Dieses wird dann also einfach geblockt und das war‘s. Ein ähnliches Schicksal könnte viele Websites und Dienste ereilen: Github, Microformats.org, der HTML5-Entwurf der WHATWG, sonstige wichtige Open-Source-Projekte [würden geblockt].</li>

<li>Der geneigte […] Blogger wird verpflichtet, seine <mark>Kommentare <q>zeitnah</q> auf Unbedenklichkeit […] zu prüfen</mark>. Weder weiß man, was <q>zeitnah</q> ist, noch dürften […] die meisten von uns juristisch genug geschult sein, um das zu beurteilen.</li>
<li>Wenn an allen Ecken und Enden Zäune und Schranken aufgestellt werden, wird es zunehmend <mark>unmöglich, in offenen Prozessen via Internet gemeinsam Wissen zu erarbeiten</mark> oder auch nur seine Euros zu verdienen — selbst wenn hierbei alle beteiligten Personen über 18 sein sollten, wenn etwas gesperrt oder erst ab 22 Uhr zugänglich ist, ist das nicht zu ändern.</li>
</ul>
</blockquote>

<p>
Gerrit van Aaken <a href="http://praegnanz.de/weblog/jugendmedienschutz-staatsvertrag-jmstv-bedroht-das-freie-internet">prognostiziert</a> hierzu treffend: <q>Der nächste Schritt in diesem Wahnsinn wäre höchstwahrscheinlich ein Genehmigungsverfahren, bei dem man Sendelizenzen für das Internet erwerben kann.</q>
</p>

<p>
Als welche moralische Instanz sich die entsprechenden Stellen positionieren, ist anhand des <a href="http://www.kjm-online.de/files/pdf1/Dritter_Bericht.pdf"><i>dritten Berichts der <abbr title="Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten">KJM</abbr> über die Durchführung der Bestimmungen
des JMStV</i></a> erkenntlich: Im Bericht werden u.A. <q>pornografische[n] Abbildungen</q> mit <q>außergewöhnliche[n] und bizarre sexuelle[n] Praktiken […]</q> (Seite 41) als Teilgebiet des bisherigen Engagements genannt; weiterhin als „Problemfelder“ charakterisiert werden Rapmusik (Seite 35) und netzwerkbasierte Computerspiele (Seite 43f), wobei hier insbesondere <i>user generated content</i> als Gefahr eingestuft wird (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spore_%28Computerspiel%29">Spore</a> lässt <a href="http://www.cad-comic.com/cad/20080627">grüßen</a>). Besonders im Hinblick auf die neuen Vorschriften zur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jugendpornografie">Jugendpornografie</a> bedeutsam erscheint:
</p>

<blockquote cite="http://www.kjm-online.de/files/pdf1/Dritter_Bericht.pdf">
<p>
Auch Jugendliche selbst stellen über die vielfältigen technischen Möglichkeiten – die immer einfacher zu handhaben sind und immer günstiger zur Verfügung stehen – Inhalte ins Netz, die nicht unbedingt den gesetzlichen Jugendschutzbestimmungen entsprechen.
</p></blockquote>

<p>
Selbst gibt man zu (Abschnitt B.10.1, Seite 41):
</p>

<blockquote cite="http://www.kjm-online.de/files/pdf1/Dritter_Bericht.pdf">
<p>
Die KJM hatte sich bereits im Jahr 2003 mit dem Thema befasst und Sperrungsverfügungen gegen Access-Provider von Anfang an als mögliche <i>ultima ratio</i>-Maßnahme angesehen.
</p>
</blockquote>

<p>
Noch deutlicher wird nur an einer Stelle, mit welcher Ideologie wir es hier zu tun haben: Kapitel C.2 (Seite 55) ist überschrieben mit <em><q>Das Internet darf kein <a href="http://kontextschmiede.de/von-der-wachsenden-relevanz-rechtsfreier-raume/">rechtsfreier Raum</a> sein</q></em>.
</p>

<p>
Wie es um existierende Jugendmedien nach dem Beschluss eines derartigen Staatsvertrages bestellt sein könnte, lässt sich übrigens erahnen: Die <a href="http://www.google.com/search?q=b+random">Google-Suche nach „b random“</a> brachte bis vor einiger Zeit keinen Link auf <i>4chan /b/</i>, weil die entsprechende Seite auf einer Zensurliste stand (siehe mein <a href="http://blog.dieweltistgarnichtso.net/interview-moot-of-4chan-part-1">Interview mit <i>moot</i></a>). Und auch bei der <a href="http://www.google.de/search?q=bernd+krautchan">Suche nach „bernd krautchan“</a> werden aktuell mehrere Suchergebnisse zensiert — <a href="http://www.chillingeffects.org/notice.cgi?sID=815">dank deutscher Behörden</a> (Krautchan selber taucht <a href="http://krautchan.net/robots.txt">auf Wunsch der Betreiber</a> nicht auf).
</p>

<p>
<strong>
Ein Portal mit umfangreichen Informationen zum Engagement gegen dieses Gesetzesvorhaben gibt es <a href="http://wiki.piratenpartei.de/JMStV">im Wiki der Piratenpartei</a>.
</strong>
</p>]]></content:encoded>
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